Die Münchner Sicherheitskonferenz | Bildquelle: dpa

Sicherheitskonferenz Nordkoreaner kommen erstmals nach München

Stand: 23.01.2020 08:04 Uhr

An der Münchner Sicherheitskonferenz darf in diesem Jahr ein Land teilnehmen, das bisher nicht eingeladen wurde: Nordkorea. Es sei der "Zeitpunkt erreicht, wo man es versuchen sollte", sagte Konferenzleiter Ischinger.

Nordkorea wird in diesem Jahr erstmals einen Regierungsvertreter zur Münchner Sicherheitskonferenz schicken. Es werde der stellvertretende Außenminister Kim Son Gyong beim weltweit renommiertesten Expertentreffen zur Sicherheitspolitik vom 14. bis 16. Februar erwartet, sagte Konferenzleiter Wolfgang Ischinger der Deutschen Presse-Agentur. Er rechne auch mit der Teilnahme des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif.

Aus den USA hat sich neben Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Mark Esper auch die Sprecherin des Repräsentantenhauses und scharfe Widersacherin von US-Präsident Donald Trump, Nancy Pelosi, angekündigt.

Kapazitätsgrenzen erreicht

Die Münchner Sicherheitskonferenz findet in diesem Jahr zum 56. Mal statt. Bisher sagten 18 Staatschefs, zwölf Regierungschefs und 70 Außen- und Verteidigungsminister ihr Kommen zu. "Das Interesse an der Konferenz ist größer denn je. Wir haben allerdings schon in den letzten Jahren Kapazitätsgrenzen erreicht", sagte Ischinger. Deswegen wolle man die Zahl der Teilnehmer nicht noch weiter steigen lassen.

Nordkorea wurde nach Ischingers Angaben in diesem Jahr erstmals zur Sicherheitskonferenz eingeladen. "Ich bin der Meinung, wenn Nord- und Südkorea über eine Entspannung verhandeln und sich sogar Trump persönlich mit dem nordkoreanischen Machthaber trifft, dann kann eine solche Einladung nicht falsch sein. Wir haben ja schließlich auch diplomatische Beziehungen mit Nordkorea", sagte der ehemalige Top-Diplomat, der unter anderem Botschafter in Washington war.

Podium mit Nord- und Südkorea und USA?

Trump hatte Kim zuletzt im Juli an der innerkoreanischen Grenze getroffen und dabei als erster US-Präsident nordkoreanischen Boden betreten. Ischinger hatte bereits im vergangenen Jahr die Einladung Nordkoreas erwogen. "Ich finde, jetzt ist ein Zeitpunkt erreicht, wo man es versuchen sollte." Er könne sich vorstellen, Vertreter aus Nord- und und Südkorea sowie den USA zusammen auf das Podium zu bringen.

Auch den Iran lud Ischinger trotz aller Spannungen in der Golfregion ein. "Das ist eine gewisse Tradition für uns, davon lasse ich mich auch nicht abbringen. Also: Iran wird da sein." Die USA hatten Sarif nach dessen Angaben Anfang Januar ein Visum für einen Besuch bei den Vereinten Nationen verweigert.

Merkels Teilnahme noch unklar

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird in diesem Jahr ihre Premiere als Verteidigungsministerin bei der Sicherheitskonferenz haben. Auch Außenminister Heiko Maas ist wie üblich dabei. Ob Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel nach München kommen, gab Ischinger noch nicht bekannt. Beide sind eingeladen.

Merkel hatte allerdings erst im vergangenen Jahr eine viel beachtete Rede in München gehalten. Der letzte Bundespräsident bei der Sicherheitskonferenz war Joachim Gauck 2014.

Aus China wird Außenminister Wang Yi erwartet. Der wollte eigentlich schon im vergangenen Oktober nach Deutschland kommen. Er sagte den Besuch aber ab, nachdem sein Amtskollege Maas im September in Berlin mit Joshua Wong gesprochen hatte, einem Anführer der prodemokratischen Bewegung in Hongkong.

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