Passanten schauen auf einem Fernseher einen Raketenstart Nordkoreas während einer Nachrichtensendung auf dem südkoreanischen Bahnhof in Seoul.  | Bildquelle: dpa

Nordkorea Pjöngjang testet wohl erneut Raketen

Stand: 10.09.2019 09:06 Uhr

Zunächst zeigte sich Nordkorea gesprächsbereit, mit den USA wieder über die Abrüstung seines Atomwaffenprogramms zu verhandeln. Nun scheint Machthaber Kim offenbar erneut Raketen getestet zu haben.

Nordkorea soll laut südkoreanischem Militär erneut "Projektile", die bislang nicht näher identifiziert werden konnten, abgefeuert haben. Die Raketen sollen von kurzer Reichweite sein und nach dem Start aus der Region nördlich der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang in Richtung japanisches Meer geflogen sein.

Eine Bestätigung, wonach es sich um ballistische Raketen gehandelt haben könnte, lag nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums nicht vor. Die zwei Projektile sollen etwa 330 Kilometer weit geflogen sein.

Sicherheitsrat zeigt sich besorgt

Das südkoreanische Militär überwache die Lage. Die Streitkräfte seien im Falle weiterer Waffentests durch Nordkorea in Bereitschaft. Japans Sicherheit sei nicht unmittelbar bedroht. Auch die US-Regierung beobachte die Situation und stehe laut Verteidigungsministerium in engem Austausch mit den Verbündeten in der Region.

Der Nationale Sicherheitsrat in Seoul äußerte "große Besorgnis" wegen der neuen Tests. Der Generalstab rief Nordkorea auf, Aktionen zu unterlassen, die zu weiteren Spannungen führen.

Schwierige Verhandlungen

Nur kurz zuvor hatte sich Nordkorea zu neuen Gesprächen mit den USA über eine atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel bereiterklärt. Nordkoreas Vize-Außenministerin Choe Son Hui hatte deutlich gemacht, dass ihre Regierung von Washington Vorschläge erwarte, die zufriedenstellend sein müssten. US-Präsident Donald Trump nannte die Botschaft "interessant", ließ aber zunächst offen, ob es bald zu einem Treffen kommen könnte.

Die Verhandlungen waren ins Stocken geraten, nachdem ein zweiter Gipfel zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Februar in Vietnam gescheitert war. Ein Treffen im Juni in der entmilitarisierten Zone zwischen den koreanischen Staaten sorgte dafür, dass die Gespräche wiederbelebt werden sollten.

Die mutmaßlichen Waffentests Nordkoreas waren die achten ihrer Art seit der ersten Begegnung der beiden Staatschefs im Jahr 2018.

Harte Sanktionen

Nordkorea wird von den Vereinten Nationen und den USA seit Monaten hart sanktioniert. Die US-Regierung will die Sanktionen so lange beibehalten, bis das mit dem nordkoreanischen Atomprogramm verbundene Risiko gebannt ist.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea die Starts ballistischer Raketen jeglicher Reichweite - solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Trotz Verbots hat Nordkorea mehrfach solche Raketen getestet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. September 2019 um 07:00 Uhr und 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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