US-Präsident Donald Trump  | Bildquelle: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX

Raketentest in Nordkorea Trump glaubt weiterhin an Atom-Deal

Stand: 04.05.2019 22:44 Uhr

Trotz neuer angeblicher Raketentests in Nordkorea reagiert US-Präsident Trump gelassen. Er sei sich sicher, dass es weiterhin einen Atom-Deal geben werde. Die südkoreanische Regierung hingegen ist "sehr besorgt".

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben mehrere Kurzstreckengeschosse abgefeuert. Der Norden habe "eine Reihe von Kurzstreckenprojektilen von seiner Halbinsel Hodo nahe der Ostküstenstadt Wonsan in nordöstliche Richtung abgefeuert", teilte der südkoreanische Generalstab mit. Pjöngjang versucht damit womöglich, in den festgefahrenen Atomverhandlungen mit den USA den Druck zu erhöhen. US-Präsident Donald Trump blieb dennoch optimistisch.

Das Blaue Haus, der Präsidentenpalast in Seoul, erklärte, das Abfeuern der Geschosse verstoße gegen ein militärisches Abkommen, das die beiden Länder im vergangenen Jahr unterzeichnet hätten. Die Regierung sei "sehr besorgt". Weiter hieß es, Nordkorea solle sich "aktiv" an den Versuchen zur Wiederaufnahme des Dialoges zwischen den beiden Ländern beteiligen. 

Trump weiterhin zuversichtlich

US-Präsident Trump zeigte sich trotz des Vorfalls zuversichtlich: Zwar sei "auf dieser sehr interessanten Welt" alles möglich, schrieb er auf Twitter. Er glaube aber, dass Kim Jong Un sich des "großen wirtschaftlichen Potenzials" Nordkoreas bewusst sei und dieses nicht beschädigen wolle. Außerdem wisse Kim, dass Trump auf seiner Seite stehe. Es werde zu einer Einigung zwischen den beiden Staaten kommen, sagte der US-Präsident mit Blick auf die zuletzt gescheiterten Gespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm zu. 

Kim hatte sich bei einem Gipfeltreffen mit Trump im vergangenen Jahr in Singapur grundsätzlich auf eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verständigt. Konkrete Schritte wurden allerdings nicht vereinbart. Wegen des Atom- und Raketenprogramms ist Nordkorea international mit Sanktionen belegt.

Ihren zweiten Gipfel im Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi brachen Kim und Trump ergebnislos ab. Nordkorea hatte eine Aufhebung der Sanktionen gefordert, über eine Gegenleistung Pjöngjangs wurde aber keine Einigung erzielt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | Bildquelle: AFP
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte sich zuletzt über Verschlechterungen im Verhältnis zu den USA beklagt.

Annäherung zwischen Nordkorea und USA stockt

Das Auswärtige Amt nannte die neuen Raketentests eine "Provokation". Sie fielen in eine Zeit, in der die internationale Gemeinschaft von Nordkorea konkrete Schritte zur Aufgabe seines Raketen- und Nuklearwaffenprogramms erwarte, hieß es in einer Erklärung.

Der Waffentest erfolgte etwa anderthalb Jahre nach dem Start einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea, der international als Provokation bewertet worden war. Die kommunistische Führung hatte damals erklärt, mit ihren Raketen das gesamte Festland der USA erreichen zu können.

Zuletzt bekundete Nordkorea mehrfach seinen Unmut über die Weigerung der USA, die Sanktionen gegen Pjöngjang zu lockern. Im April erklärte Kims Regierung zudem, nicht länger mit US-Außenminister Mike Pompeo als Verhandlungsführer über ihr Atomprogramm sprechen zu wollen.

Nordkorea testet offenbar Waffen
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
04.05.2019 06:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. Mai 2019 um 07:55 Uhr.

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