Undatierte Aufnahme der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA von Nordkoreas Machthaber Kim  | Bildquelle: dpa

UN-Expertenbericht Zweifel an Nordkoreas Abrüstung

Stand: 06.02.2019 04:21 Uhr

Trotz Zusagen über eine atomaren Abrüstung ist Nordkoreas Nuklear- und Raketenprogramm offenbar weiterhin intakt. Das geht aus einem Expertenbericht an den UN-Sicherheitsrat hervor. Sanktionen seien weitgehend ineffektiv.

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm ist nach Einschätzung von UN-Experten nach wie vor intakt. Nordkorea nutze unter anderem zivile Einrichtungen wie Flughäfen, um ballistische Raketen zusammenzubauen und zu testen, heißt es in einem Bericht an den UN-Sicherheitsrat, den mehrere Nachrichtenagenturen einsehen konnten. Damit wolle die Führung in Pjöngjang verhindern, dass die Raketen durch mögliche Luftangriffe der USA zerstört würden.

"Sanktionen weitgehend ineffektiv"

Die Sanktionen gegen das international isolierte Land seien weitgehend "ineffektiv", beklagen die UN-Experten zudem. So erhalte Nordkorea weiter illegale Öllieferungen, verkaufe Kohle und verstoße gegen das Waffenembargo. Unter anderem versuche die Führung des Landes, Waffen nach Syrien, an die Huthi-Rebellen im Jemen, nach Libyen und in den Sudan zu liefern. Finanzsanktionen seien nur unzureichend umgesetzt und würden massiv umgangen.

Der Bericht wurde vor einem geplanten zweiten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un an den UN-Sicherheitsrat übergeben. Trump und Kim werden sich am 27. und 28. Februar treffen, wie der US-Präsident in seiner Rede zu Lage der Nation verkündete.

US-Sondergesandter in Pjöngjang erwartet

Kim hatte beim ersten Gipfel mit Trump im vergangenen Juni in Singapur eine vollständige nukleare Abrüstung zugesagt, sich aber nicht auf Details festgelegt. Die Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA gerieten seither immer wieder ins Stocken. Die US-Geheimdienste haben zudem starke Zweifel daran, dass Kim wirklich vollständig nuklear abrüsten will. Am Mittwoch wird der US-Sondergesandte Stephen Biegun zu Gesprächen in Pjöngjang erwartet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Februar 2019 um 06:41 Uhr.

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