Nordkoreanische Delegation bei den Olympischen Spielen | Bildquelle: REUTERS

Neue US-Sanktionen Nordkorea poltert - und will reden

Stand: 25.02.2018 13:20 Uhr

Nordkorea hat die jüngsten US-Sanktionen einerseits als Kriegsdrohung verurteilt - bei den Olympischen Spielen andererseits aber die Absicht signalisiert, Gespräche mit den USA führen zu wollen.

Offiziell hat Nordkorea die jüngsten US-Sanktionen in einer Erklärung des Außenministeriums als "Kriegshandlung" verurteilt. "Wie wir bereits wiederholt gesagt haben, sehen wir jede Beschränkung gegen uns als Kriegshandlung an", hieß es darin laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Das Ministerium drohte zugleich mit Vergeltung, sollten "die USA wirklich die Nerven haben", Nordkorea in "grober" Weise entgegenzutreten.

Dennoch bald Gespräche mit USA?

Hinter den Kulissen gab es dagegen offenbar Signale in Richtung Dialogbereitschaft: Nach südkoreanischen Regierungsangaben ist Nordkorea zu Gesprächen mit den USA bereit. Der nordkoreanische General Kim Yong Chol habe die Bereitschaft bei einem Treffen mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae In bekundet, berichtete das Präsidialamt in Seoul laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap.

Südkoreas Staatschef Moon Jae In und die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, Kim Yo Jong. | Bildquelle: AFP
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Südkoreas Präsident Moon empfing bei den Olympischen Spielen eine nordkoreanische Delegation.

Beide hatten sich vor der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zu einem einstündigen Gespräch getroffen. Südkoreas Präsident habe dabei betont, dass der Dialog zwischen Nordkorea und den USA "zu einem frühen Zeitpunkt" abgehalten werden müsse, um die innerkoreanischen Beziehungen zu verbessern und auch zu einer grundlegenden Lösung im Atomkonflikt zu kommen. "Die nordkoreanische Delegation stimmte ebenfalls zu, dass sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA entlang den Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea entwickeln müssen, während sie betonen, ausreichende Absichten zu haben, einen Dialog mit den USA zu halten", zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur einen Sprecher des Präsidialamtes.

Trumps Eskalationsdrohung

Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hatte das US-Finanzministerium am Freitag neue Sanktionen gegen Schiffe und Unternehmen angekündigt, die illegale Geschäfte mit Nordkorea gemacht haben sollen. Präsident Donald Trump sprach von den "härtesten Sanktionen", die jemals gegen ein Land verhängt worden seien. Er drohte zudem, dass die USA "Phase zwei" einleiten würden, sollten die Sanktionen keinen Erfolg haben. Dies "könnte eine sehr grobe Sache" werden, sagte Trump, ohne nähere Angaben zu machen.

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Auch Peking betroffen

Neben nordkoreanischen Unternehmen sind auch Firmen aus anderen Ländern betroffen, darunter China. Die US-Regierung forderte den UN-Sicherheitsrat auf, ein weltweites Hafenverbot für 33 Schiffe zu verhängen und 27 Schifffahrts- und Handelsunternehmen auf die Sanktionsliste zu setzen. Nach Ansicht der USA wurden diese zur Umgehung bestehender Strafmaßnahmen genutzt.

Die Regierung in Peking verurteilte die neuen US-Sanktionen ebenso. China lehne die einseitigen Strafmaßnahmen entschieden ab, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Washington müsse sein Fehlverhalten "umgehend" stoppen, um der Zusammenarbeit beider Länder nicht zu schaden. China werde "niemals zulassen", dass sich chinesische Bürger oder Unternehmen an Verstößen gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats beteiligten, versicherte der Sprecher.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Februar 2018 um 12:00 Uhr.

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