Nobelpreis Physik

Auszeichnung für Franzosen und US-Amerikaner Physik-Nobelpreis geht an Quantenphysiker

Stand: 09.10.2012 11:57 Uhr

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Franzosen Serge Haroche und den US-Wissenschaftler David Wineland. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

Die Forscher werden für "bahnbrechende experimentelle Methoden" geehrt, die es ermöglichen, Quantensysteme zu messen und zu manipulieren, hieß es in der Begründung. Beide konstruierten dafür Fallen, in denen geladene Teilchen (Ionen) oder Lichtteilchen (Photonen) eingefangen werden können. Die besondere Leistung der Forscher: Ihre Objekte werden dabei nicht zerstört, sondern können über eine gewisse Zeit beobachtet werden. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

Serge Haroche und David J. Wineland
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Serge Haroche und David J. Wineland

In einer ersten Reaktion sagte Haroche dem Komitee am Telefon: "Das ist nur schwer zu fassen. Ich war auf der Straße, zusammen mit meiner Frau auf dem Weg nach Hause. Ich war froh, dass ich mich hinsetzen konnte, das ist überwältigend. Ich werde zu Hause Champagner trinken und dann ins Labor gehen."

"Den Kuchen essen und behalten"

Per Delsing, Mitglied des Nobelkomitees, sagte bei der Begründung der Auszeichnung: Dass die beiden Forscher das Messen von Photonen (Lichtteilchen) möglich gemacht haben, ohne dass diese dabei zerstört werden, "sei ein bisschen so, also ob man einen Kuchen zwar isst, ihn danach aber noch hat". Damit spielt er darauf an, dass Lichtteilchen in vielen anderen Messgeräten zwar nachgewiesen werden können, dann aber verschwunden sind. Die Arbeiten von Haroche und Wineland sind entscheidend für neuartige Computer und extrem genaue Uhren. Beide Wissenschaftler wurden 1944 geboren.

2011 hatten drei Astronomen aus den USA und Australien die Auszeichnung für ihre Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums erhalten.

Die Nobelpreise

Die Nobelpreise sollen nach dem Willen des Stifters Alfred Nobel alljährlich diejenigen erhalten, deren Leistungen in den Bereichen Chemie, Physik, Medizin, Literatur und bei der Völkerverständigung "der Menschheit den größten Nutzen gebracht" haben. Mit der Auszeichnung wollte der 1896 verstorbene schwedische Chemiker und Industrielle, der mit seiner Erfindung des Sprengstoffs Dynamit im Jahr 1867 zu Reichtum gelangt war, über seinen Tod hinaus Einsatz zugunsten der Mitmenschen fördern. 1968 stiftete die Schwedische Reichsbank im Einvernehmen mit der Nobel-Stiftung einen Preis für Wirtschaftswissenschaften, der 1969 erstmals verliehen wurde.

Überreicht werden die Nobelpreise alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters. Die Preise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft werden in Stockholm vergeben. Den Friedenspreisträger bestimmt ein gewählter Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo. Das Preisgeld liegt derzeit bei acht Millionen Schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro). Die Preisträger erhalten eine Urkunde und eine Goldmedaille und werden zu einem festlichen Bankett geladen.

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