Zeichnung Nobelpreisträger Wirtschaft

Wirtschaftsnobelpreis Auszeichnung geht an drei Armutsforscher

Stand: 14.10.2019 14:07 Uhr

Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an Abhijit Banerjee, Esther Duflo and Michael Kremer. Die drei Wissenschaftler werden für ihre Forschungen zur Bekämpfung der globalen Armut ausgezeichnet.

Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an ein Forscher-Trio. Ausgezeichnet werden die Französisch-US-Ökonomin Esther Duflo, der indischstämmige US-Forscher Abhijit Banerjee sowie der US-Wissenschaftler Michael Kremer.

"Die Forschung der diesjährigen Preisträger hat unsere Fähigkeit zur Bekämpfung der globalen Armut erheblich verbessert", gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt. In lediglich zwei Jahrzehnten habe ihr auf Experimenten basierender Forschungsansatz die Entwicklungsökonomie zu einem blühenden Wissenschaftsfeld gewandelt.

Duflo ist jüngste Preisträgerin

Die 46-jährige Duflo ist erst die zweite Frau und zugleich die jüngste Person, die je den Wirtschaftsnobelpreis gewonnen hat. Die Auszeichnung ehre sie unglaublich, sagte Duflo in einer ersten Reaktion. Sie und Banerjee lehren an der US-Elite-Uni MIT, Kremer an der Harvard University.

Mitte der 1990er-Jahre forschte Kremer laut Nobel-Jury an Mitteln, um Lernergebnisse bei Schülern im Westen Kenias zu verbessern. Banerjee und Duflo forschten oftmals an der Seite von Kremer an ähnlichen Fragen und in anderen Ländern. Ihre experimentellen Methoden dominieren demnach nun die Entwicklungsökonomie, teilte die Akademie mit.

Das Trio folgt den beiden US-Ökonomen William Nordhaus und Paul Romer nach. Sie waren im vergangenen Jahr für ihre Arbeiten rund um den Klimawandel und technologische Innovationen geehrt worden.

Bisher nur eine Frau geehrt

Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf das Testament von Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurückgeht. Er wird vielmehr seit Ende der 1960er Jahre von der schwedischen Zentralbank gestiftet und gilt somit streng genommen nicht als klassischer Nobelpreis.

Dennoch ist er wie die anderen Auszeichnungen mit einem Preisgeld in Höhe von neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) verbunden und wird ebenfalls an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.

Seit der ersten Verleihung des Wirtschaftspreises im Jahr 1969 wurden bei bislang 50 Vergaben insgesamt 81 Preisträger geehrt, darunter der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten 1994 als bisher einziger Deutscher. Unter den Preisträgern war bisher nur eine Frau, die US-Professorin Elinor Ostrom.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Oktober 2019 um 12:00 Uhr.