Der Lkw, mit dem ein Mann mindestens 84 Menschen in Nizza getötet hat, wird abgeschleppt (Foto vom 15. Juli 2016).

Ermittlungen in Nizza IS beansprucht Anschlag für sich

Stand: 16.07.2016 13:20 Uhr

Nach dem Anschlag von Nizza gibt es offenbar ein Bekennerschreiben der IS-Terrormiliz. Angehörige hingegen sagen, der Mann sei kein Muslim gewesen. Französische Ermittler nahmen fünf Personen fest. In Paris tagte das Sicherheitskabinett.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat offenbar ein Schreiben veröffentlicht, in dem sie sich zu dem Angriff von Nizza bekennt. Der Angreifer Mohamed Lahouaiej-Bouhlel sei einer der Soldaten des IS gewesen, teilte die der Terrormiliz nahestehende Nachrichtenagentur Amak im Internet mit. Die Erklärung lässt sich nicht unabhängig verifizieren. Sicherheitsexperten bezweifeln, ob das Schreiben ernst zu nehmen ist.

"Er war ein Mistkerl"

Trotz des IS-Bekenntnisses bleibt die Motivation des Täters, der am französischen Nationalfeiertag in Nizza mit einem Miet-Lkw in eine Menschenmenge gefahren war, weiter unklar. Nach Angaben seiner Familie war er schon vor seiner Bluttat gewalttätig. "Er schlug seine Frau, also meine Cousine, er war ein Mistkerl", berichtete ein Familienmitglied der Online-Ausgabe der britischen Zeitung "Daily Mail".

Der Mann sei kein Muslim gewesen: "Er trank Alkohol, er aß Schweinefleisch und er nahm Drogen." Der Vater berichtete, sein Sohn sei früher wegen psychischer Probleme ärztlich behandelt worden.

Offenbar Finanzprobleme

Lahouaiej-Bouhlel lebte legal als Lieferant in Südfrankreich, war mit einer Franko-Tunesierin verheiratet und hatte drei Kinder. Seine Ehe ging in die Brüche und er hatte Probleme mit der Justiz. Dazu kamen wohl Finanzprobleme. "Ihm wurde ein Kredit verweigert und er wurde immer aggressiver", sagte ein Bekannter der Zeitung "Nice Matin".

Im März wurde Lahouaiej-Bouhlel zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er nach einem Verkehrsunfall eine Holzpalette auf seinen Unfallgegner geworfen hatte. Schon seit 2010 war er mit Drohungen, Diebstählen und Sachbeschädigungen aufgefallen. Gewalttätig soll er auch gegenüber seiner Frau gewesen sein. Er kam aber nicht ins Gefängnis. Seinen Lkw-Führerschein soll der Tunesier erst kurz vor der Tat gemacht haben.

Suche nach dem Motiv des Attentäters von Nizza
tagesschau 20:00 Uhr, 16.07.2016, Ellis Fröder, ARD Paris

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Valls sieht Verbindung zu radikalem Islamismus

Premierminister Manuel Valls hatte sich am Freitag überzeugt gezeigt, dass der von der Polizei erschossene 31-jährige Tunesier ein organisierter Islamist gewesen war, auch wenn die Ermittlungen dies noch nicht bestätigt hätten. "Das ist ein Terrorist, der ohne Zweifel auf die eine oder andere Weise mit dem radikalen Islamismus verbunden war", sagte Valls dem Sender France 2.

Innenminister Bernard Cazeneuve verneinte dagegen im Fernsehsender TF1 die Frage, ob man Lahouaiej-Bouhlel Verbindungen zum radikalen Islam nachweisen könne. "Wir haben hier ein Individuum, das den Geheimdiensten nicht für Aktivitäten in Verbindung mit dem radikalen Islamismus bekannt war", sagte Cazeneuve.

Michael Heussen, WDR zzt. Nizza, über die Lage in der Stadt
tagesschau 12:00 Uhr, 16.07.2016

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Fünf Menschen festgenommen

Derweil geht die Suche nach möglichen Helfern des Attentäters weiter. Die französische Polizei nahm laut Nachrichtenagentur AP fünf Menschen in Polizeigewahrsam. Auch die Ex-Frau des Täters wird offenbar weiter verhört.

Ein Reporter der Agentur Reuters beobachtete wie etwa 40 Elite-Polizisten ein kleines Appartement in der Nähe des Bahnhofs von Nizza stürmten. Dort sei eine Person verhaftet worden.

Präsident François Hollande beriet am Morgen mit seinem Sicherheitskabinett. In ganz Frankreich begann eine dreitägige Staatstrauer.

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