Niki Lauda wurde im Wiener Stephansdom aufgebahrt | Bildquelle: REUTERS

Wiener Stephansdom Abschied von Niki Lauda

Stand: 29.05.2019 14:01 Uhr

Tausende Menschen haben im Wiener Stephansdom Abschied von Rennfahrerlegende Niki Lauda genommen. Lauda war am vergangenen Montag im Alter von 70 Jahren gestorben.

Von Rupert Waldmüller, ARD-Studio Wien

Unter dem Geläut der Domglocken wird Niki Laudas Sarg um 8 Uhr morgens in den Wiener Stephansdom gebracht und in der Mitte der Kirche aufgebahrt. Laudas Witwe Birgit und sein Sohn Lukas legen einen Lorbeerkranz und einen roten Rennfahrerhelm auf den geschlossenen Sarg.

Nach einer kurzen Andacht nutzen am Vormittag Tausende Menschen die Möglichkeit, im Stillen noch einmal persönlich Abschied zu nehmen von der österreichischen Rennfahrerlegende.

Mathias Lauda (r) und Lukas Lauda (l), Kinder der verstorbenen Motorsport-Legende Niki Lauda, stehen zusammen neben Witwe Birgit Lauda (M) während der öffentlichen Aufbahrung im Wiener Stephansdom. | Bildquelle: dpa
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Mathias (r) und Lukas (l), Söhne von Niki Lauda, stehen zusammen neben Witwe Birgit während der öffentlichen Aufbahrung im Wiener Stephansdom.

Andreas ist in der Techniker-Montur von Lauda Air erschienen. Er hat 13 Jahre lang für Lauda gearbeitet. Er habe sich in den Kopf gesetzt, "dass ich da rausfahre nach Wien", sagt Andreas. Eigentlich komme er aus der Steiermark. Doch er wollte "noch einmal das Gewand für ihn anziehen und 'Wiederschaun' sagen".

Stundenlang gehen Fans und Bewunderer schweigend an dem Sarg vorbei, legen Blumen nieder, bekreuzigen sich, machen Fotos und tragen sich in ein Kondolenzbuch ein.

"Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen"

Für die Wienerin Brigitta ist eine Selbstverständlichkeit, heute in den Stephansdom zu kommen. Das gehöre sich einfach als Österreicherin, als Wienerin, dass man sich von dieser Größe verabschiede, sagt sie. Er sei ein "grader Michl" gewesen. "Er hat rausgesagt, was er sich denkt. Er hat nicht herumgeschweift, sondern er hat es gradraus gesagt."

Tausende Menschen nehmen in Wien bei einer Trauerzeremonie Abschied von Formel-1-Legende Niki Lauda. | Bildquelle: MICHAEL GRUBER/EPA-EFE/REX
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Trotz starken Regens warten Tausende Menschen vor dem Stephansdom, um Lauda die letzte Ehre zu erweisen und sich in das Kondolenzbuch einzutragen

Lauda wird in einem Rennoverall beigesetzt. Neben seinem Sarg erinnert ein großes Foto an den dreifachen Formel-1-Weltmeister. Zur Erinnerung erhalten die Trauernden ein Sterbebild mit dem Spruch "Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen".

Für Irene und Gerald Buschan ist Niki Lauda ein österreichischer Nationalheld. Lauda sei ein fantastischer Mann mit "unvorstellbarem Durchhaltevermögen" gewesen. "Das kommt nie mehr wieder", sagt sie. Und ihr Mann fügt hinzu: "Als wir jung waren, war er für uns ein Rennfahrer-Idol und vor allem ein hervorragender Techniker und Analyst. Es war Berufung für ihn, zweifellos."

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Niki Lauda ist tot - ein Porträt in Bildern

Niki Lauda

Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot. Der dreifache Formel-1-Weltmeister starb am 20. Mai im Alter von 70 Jahren. | Bildquelle: dpa

300 Ehrengäste zum Requiem

Zum Requiem am Nachmittag werden im Stephansdom 300 Ehrengäste erwartet, darunter auch zahlreiche Prominente aus dem In- und Ausland. Am Ende des Trauergottesdienstes werden der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen, Ex-Formel-1-Fahrer Gerhard Berger und Arnold Schwarzenegger sprechen. Film- und Tonaufnahmen sind bei dem Requiem nicht gestattet.

Die Beisetzung Laudas findet im Anschluss im engsten Familienkreis statt. Niki Lauda ist der erste Sportler, der im Stephansdom öffentlich aufgebahrt wird. Das Angebot der Stadt Wien für ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof hatte die Familie abgelehnt.

Abschied von Niki Lauda in Wien
Rupert Waldmüller, ARD Wien
29.05.2019 13:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Mai 2019 um 14:00 Uhr.

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