Nigeria beschließt Strafen für Homosexuelle Gefängnisstrafe für einen Kuss

Stand: 30.05.2013 21:39 Uhr

Nigeria
galerie

Das Parlament in der Hauptstadt Abuja verschärft die Repressionen gegen Homosexuelle.

Homosexuelle Paare in Nigeria müssen künftig eine Haftstrafe befürchten, wenn sie öffentlich ihre Zuneigung zeigen. Das Unterhaus des Parlaments in Abuja hat einstimmig ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

Bis zu 14 Jahre Haft

Wer "seine Liebesbeziehung zu einem Menschen des gleichen Geschlechts direkt oder indirekt öffentlich zeigt", soll dem Entwurf zufolge mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Die gleiche Strafe ist für die Gründung und Unterstützung von Clubs, Organisationen oder anderen Einrichtungen für Schwule und Lesben vorgesehen. Für Eheschließungen und zivilrechtliche Partnerschaften zwischen zwei Frauen oder zwei Männern sind sogar bis zu 14 Jahre Haft vorgesehen.

Menschenrechtsanwalt Jiti Ogunye sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Gesetzesvorhaben sei "Zeitverschwendung" und in erster Linie eine Show. Noch nie hätten in Nigeria zwei Männer oder zwei Frauen versucht zu heiraten.

Trotzreaktion auf den Druck von außen?

Offenbar gehe es den Abgeordneten vor allem darum, dem wachsenden Druck aus dem westlichen Ausland für die Gleichberechtigung Homosexueller die Stirn zu bieten. So hatte der britische Premierminister David Cameron damit gedroht, die Unterstützung für Länder zu stoppen, die sich gegen die Gleichberechtigung von Homosexuellen wenden.

In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, ist die Diskriminierung von Schwulen und Lesben an der Tagesordnung. Die Gesellschaft ist stark religiös geprägt. Etwa die Hälfte der Nigerianer sind Christen, die andere Hälfte sind Muslime. Auch traditionelle Religionen sind weit verbreitet. Nigeria ist nicht das einzige afrikanische Land, in denen Homosexuelle stark diskriminiert werden.

Darstellung: