Eine Schule in Nigeria, an der mehrere Kinder entführt wurden | REUTERS

Schule überfallen Offenbar Hunderte Schüler in Nigeria entführt

Stand: 13.12.2020 22:28 Uhr

In Nigeria haben Kriminelle eine Schule überfallen und 333 Schüler entführt. Das bestätigte der Gouverneur der Region Katsina im Norden des Landes. Demnach haben die unbekannten Angreifer mit automatischen Waffen um sich geschossen.

Nach einem Angriff auf eine Schule im Norden Nigerias werden 333 offenbar verschleppte Schuljungen vermisst. Das bestätigte der Gouverneur der Region Katsina, Minu Masari, nach einem Treffen mit Sicherheitskräften. Ziel des Überfalls war die staatliche Oberschule in Kankara mit insgesamt 839 Schülern in der nördlichen Region Katsina.

Bei dem Angriff, der sich am Freitag ereignete, schossen die Angreifer mit Maschinenpistolen um sich, wie Polizeisprecher Gambo Isah sagte. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, 200 Kinder und Jugendliche auf dem Gelände des Internats hätten entkommen können - inmitten von Schusswechseln mit der Polizei. .

Präsident Muhammadu Buhari verurteilte in einer Erklärung die Tat. Verteidigungsminister und Generalmajor Bashir Salihi-Magash versicherte, die Armee werde die Täter jagen und die Schuljungen befreien. Man habe bereits Informationen über deren Aufenthaltsort.

Schlechte Sicherheitslage

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Ersten Ermittlungen zufolge könnte es sich um Kriminelle handeln, die Menschen entführen, um Lösegeld zu erpressen. Ähnliche Überfälle hat in der Vergangenheit aber auch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram verübt. Die ohnehin angespannte Sicherheitslage in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas verschlechterte sich laut Angaben von Helfern in den vergangenen Wochen immer weiter. Anschläge, Überfälle, Erpressungen und Terrorangriffe gehörten für viele Menschen inzwischen zum Alltag, meldeten unlängst "Ärzte ohne Grenzen" und das Hilfswerk "missio" in Aachen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Dezember 2020 um 01:53 Uhr.