Karte: Nigeria

Kampf gegen Boko Haram 300 Mädchen in Nigeria befreit

Stand: 29.04.2015 00:50 Uhr

Die Armee in Nigeria meldet einen Erfolg im Kampf gegen Boko Haram: Soldaten retteten knapp 300 Mädchen und Frauen aus der Gewalt der islamistischen Gruppe. Allerdings sollen die mehr als 270 entführten Schülerinnen aus Chibok nicht darunter sein.

Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 200 Mädchen und 93 Frauen aus den Händen der islamistischen Terrororganisation Boko Haram befreit. Die Geiseln hätten sich in verschiedenen Camps der Extremisten im Sambisa-Wald im Nordosten des Landes befunden, erklärte Militärsprecher Chris Olukolade. Die vor einem Jahr von Boko Haram entführten Schülerinnen seien aber nicht darunter, teilte er auf Twitter mit.

Identität der Geretteten teils unklar

Die Streitkräfte hätten insgesamt drei Lager der Islamisten zerstört. "Wir müssen erst noch genau feststellen, woher die befreiten Personen stammen", sagte Olukolade. Die Mädchen und Frauen würden nun befragt, um ihre Identität festzustellen.

Die Entführung von mehr als 270 Schülerinnen aus dem Ort Chibok im Nordosten Nigerias hatte im April vergangenen Jahres weltweit Entsetzen ausgelöst. Um die Freilassung der Entführten zu erreichen, hatte es weltweite Aktionen gegeben - auch in sozialen Netzwerken. Im Rahmen der Kampagne #BringBackOurGirls forderten Staats- und Regierungschefs ihre Freilassung.

Viele Mädchen aus Chibok werden noch vermisst

Die nigerianische Armee hatte vor zwei Wochen bekanntgegeben, in den Sambisa-Wald vorzudringen. Er gilt als Hochburg der Boko-Haram-Kämpfer, auch die Schülerinnen werden dort vermutet. Sie waren im April 2014 mitten in der Nacht aus den Schlafsälen ihrer Schule verschleppt worden. Fast 220 werden noch vermisst. Die Bevölkerung wirft der Regierung vor, machtlos gegen die Extremisten zu sein. Der neue Präsident Nigerias, Muhamadu Buhari, hatte allerdings im Wahlkampf angekündigt, dass er die Entführung der Chibok-Mädchen zur Chefsache machen will.

Boko Haram entführt Frauen und Mädchen und zwingt sie, zum Islam überzutreten. Sie werden zwangsverheiratet oder als Sklavinnen gehalten.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
CE 29.04.2015 • 08:44 Uhr

Schon komisch ... aus "200

Schon komisch ... aus "200 Mädchen und 93 Frauen" werden dann schwupps mal "300 Mädchen" ... damit die Überschrift netter klingt. Ist die Bedeutung von Worten denn inzwischen absolut nebensächlich geworden im Journalismus heutzutage?