Karte: Niger mit Niamey

Militärcamp in Niger 71 Menschen sterben bei Terrorangriff

Stand: 11.12.2019 21:31 Uhr

Mutmaßliche Extremisten haben in Niger mindestens 71 Soldaten getötet. Die Opfer seien beim abendlichen Gebet überrascht worden, sagte ein Militärsprecher. In der Region verüben Dschihadisten immer wieder Anschläge.

Im westafrikanischen Krisenstaat Niger sind beim Angriff auf ein Militärcamp 71 Menschen getötet worden. Bewaffnete hätten das Lager in Inates im Westen des Landes angegriffen, als Soldaten sich auf abendliche Gebete vorbereiteten, teilte ein lokaler Militärsprecher mit. Die Angreifer hätten den Stützpunkt unter anderem mit Granaten beschossen. Die daraus folgende Explosion von Munition und Treibstoff sei für die hohe Opferzahl verantwortlich.

Es sei der opferreichste Angriff dieser Art in der Geschichte des Landes gewesen, sagte ein Berater von Präsident Mahamadou Issoufou. Auf dem Twitter-Account des Staatschefs hieß es, dieser kehre nach dem Zwischenfall an der Grenze zu Mali vorzeitig von einer Auslandsreise zurück.

Bereits der zweite Anschlag auf das Lager

Im Juli war das Lager bereits Ziel einer ähnlichen Attacke. Damals hatte der Westafrika-Ableger des Islamischen Staates (ISWAP) den Angriff auf Streitkräfte mit 18 toten Soldaten für sich beansprucht.

Im Niger, im benachbarten Mali und in Burkina Faso sind mehrere islamistische Terrorgruppen aktiv. Einige von ihnen haben Al-Kaida oder dem Islamischen Staat (IS) die Treue geschworen. In Mali bemüht sich eine UN-Mission um Stabilität. Bis zu 1100 Bundeswehr-Soldaten nehmen an der Mission teil.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Dezember 2019 um 23:00 Uhr.

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