Geert Wilders | Bildquelle: AP

Wahl in den Niederlanden Wilders-Partei kämpft mit Umfragetief

Stand: 22.02.2017 16:44 Uhr

Die PVV des niederländischen Rechtspopulisten Wilders konnte bisher mit einem Wahlsieg rechnen. Doch drei Wochen vor der Wahl liegt die PVV nun gleichauf mit der liberalen VVD. Ärger gibt es auch bei Wilders' Personenschutz - ein Polizist wurde festgenommen.

Drei Wochen vor der Parlamentswahl in den Niederlanden hat die Partei der Freiheit (PVV) des Rechtspopulisten Geert Wilders ihren deutlichen Vorsprung in Umfragen eingebüßt. Die PVV liege derzeit mit der liberalen VVD von Regierungschef Mark Rutte etwa gleichauf, meldet die Webseite Peilingwijzer, die sich auf sechs unterschiedliche Umfragen stützt.

Demnach käme die PVV derzeit auf 24 bis 28 der 150 Sitze im Unterhaus. Das entspricht 15,8 bis 17,6 Prozent der Stimmen. Die VVD könnte laut den Umfragen zufolge mit 23 bis 27 Sitzen rechnen (15,2 bis 16,9 Prozent). Peilingwijzer zufolge sind die Umfragewerte der VVD seit einigen Wochen konstant, während die PVV innerhalb von einem Monat drei Sitze eingebüßt habe.

Desaster für die Sozialdemokraten?

Den Sozialdemokraten (PvdA), derzeit Juniorpartner in der Koalition mit der VVD, droht nach den Umfragen mit etwa acht Prozent ein desolates Ergebnis. 2012 kam die Partei auf rund 25 Prozent. Laut den Umfragen können die christdemokratische CDA, die grüne Partei GroenLinks und die linksliberale D66 mit jeweils rund elf Prozent rechnen.

Knapp 13 Millionen Niederländer sind aufgerufen, am 15. März ein neues Parlament zu wählen. Angesichts der ebenfalls in diesem Jahr anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland und dem Aufschwung für Rechtspopulisten kommt der Wahl in den Niederlanden besondere Aufmerksamkeit zu.

"Viel marokkanischer Abschaum"

Wilders hatte den Endspurt seiner Kampagne mit scharfen Verbalattacken gegen marokkanische Einwanderer eingeläutet. Bei einem Wahlkampfauftritt sagte der 53-Jährige, zwar seien die Marokkaner "nicht alle Abschaum, aber es gibt viel marokkanischen Abschaum in Holland. Dieser mache "die Straßen unsicher, vor allem die Jungen", fügte er hinzu. "Das muss sich ändern." Wenn die Niederländer ihr Land "zurückgewinnen" und zu einem "Land für die Niederländer" machen wollten, sollten sie für die PVV stimmen.

Wilders´ Personenschützer festgenommen

Unterdessen geht die niederländische Regierung dem Verdacht des Geheimnisverrats bei den Personenschützern von Wilders nach. Einer der Polizisten der zuständigen Einheit DBB wurde festgenommen. Der Mann stehe im Verdacht, geheime Informationen weitergegeben zu haben, sagte Polizeisprecher Dennis Janus.

Niederländische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, bei dem Festgenommenen handele es sich um einem Mann mit marokkanischen Wurzeln, der Informationen über Wilders' Aufenthaltsorte an ein niederländisch-marokkanisches Gangstersyndikat weitergegeben habe.

Wilders, der wegen seiner antiislamischen Haltung und Todesdrohungen seit mehr als einen Jahrzehnt unter Polizeischutz steht, reagierte verärgert. "Wenn ich dem Dienst, der mich zu schützen hat, nicht blind vertrauen kann, kann ich nicht länger funktionieren. Das ist inakzeptabel", twitterte er.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels wurde die PvdA fälschlicherweise zum Koalitionspartner der PVV gemacht. Die Sozialdemokraten stellen aber zusammen mit der VVD die Regierung. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Februar 2017 um 09:00 Uhr.

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