Menschen nehmen an einem Protestmarsch teil, um ein Ende der Gewalt in Managua, Nicaragua zu fordern. | Bildquelle: REUTERS

Demonstrationen in Nicaragua Protest nach Tod von 43 Menschen

Stand: 29.04.2018 10:01 Uhr

In Nicaragua gehen Ordnungskräfte seit Tagen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die gegen die Regierung protestieren. Insgesamt starben mindestens 43 Menschen. Doch die Proteste gehen weiter.

Zehntausende Menschen haben in Nicaragua an einem Marsch für "Frieden und Gerechtigkeit" teilgenommen. Zu der Kundgebung in der Hauptstadt Managua hatte die katholische Kirche aufgerufen. Der Marsch war eine Reaktion auf das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten in den vergangenen Tagen.

Es handelt sich bereits um die zweite Großdemonstration binnen einer Woche in der Hauptstadt. Ähnliche Märsche gab es auch in anderen Städten.

Proteste in Nicaragua nach Tod von 43 Menschen
tagesschau 12:00, 29.04.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Massive Proteste, die in Gewalt umschlugen

Vergangene Woche wurde das Land in Zentralamerika von massiven Protesten erschüttert, die in Plünderungen und Gewalt umschlugen. Mindestens 43 Menschen kamen ums Leben. Andere Quellen berichten von 63 Toten.

Entzündet hatten sich die Unruhen an geplanten Steuererhöhungen und Kürzungen von Sozialhilfe. Ruheständer müssten zudem fünf Prozent ihrer Rente für Gesundheitsversorgung aufgeben. Die Proteste, die vor allem von Studenten getragen wurden, richteten sich aber bald nicht nur gegen die Reformen, sondern ganz allgemein gegen die Regierung.

Daniel Ortega und seine Frau Rosario Murillo | Bildquelle: dpa
galerie

Präsident Daniel Ortega und seine Frau Rosario Murillo. Sie ist Vize-Präsidentin.

Vergangene Woche hatte Präsident Daniel Ortega dann die umstrittene Reform zurückgezogen. Mit der Entscheidung solle ein breiter Dialog zwischen der Regierung und den Arbeitern ermöglicht und der Frieden wieder hergestellt werden, erklärte er im Fernsehen.

Zuvor hatte Ortega die Demonstranten als Kriminelle bezeichnet: "Sie haben das Recht zu kritisieren, aber sie haben nicht das Recht zur Konspiration, um unser Land zu zerstören." Das Schlimmste sei, dass sie aus den USA, dem Imperium, Geld für die Destabilisierung bekämen, sagte der Präsident.

Zweitärmstes Land Lateinamerikas

Nicaragua ist das zweitärmste Land Lateinamerikas, der Mindestlohn liegt bei 170 US-Dollar pro Monat. Es waren die bislang heftigsten sozialen Proteste gegen die autoritäre Regierung von Präsident Ortega.

Der frühere Rebellenkommandeur Ortega hat sich von seinen sozialistischen Idealen verabschiedet und fährt mittlerweile einen eher neoliberalen Wirtschaftskurs. Kritiker werfen ihm vor, eine autoritäre Familiendynastie an der Staatsspitze zu etablieren und öffentliche Gelder über dunkle Kanäle in die Taschen seines Clans zu leiten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. April 2018 um 13.15 Uhr.

Darstellung: