In New York breitet sich eine neue Variante des Coronavirus aus (Archivbild), | REUTERS

Neue Corona-Mutation Wissenschaftler wegen New-York-Variante besorgt

Stand: 02.03.2021 02:21 Uhr

In New York breitet sich eine neue Variante des Coronavirus aus. Wissenschaftler sind besorgt, warnen aber - genau wie die Behörden - vor Panik.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Bürgermeister Bill de Blasio ist sichtlich um Ruhe bemüht. Er verstehe jeden, der  sich Sorgen mache - seit die Nachricht über eine Variante des Corona-Virus in New York die Runde macht. De Blasio verurteile niemanden, dem dabei mulmig ist.

Antje Passenheim ARD-Studio New York

Doch der Bürgermeister mahnt auch: "Solange nicht bewiesen ist, dass die Impfseren wirkungslos gegen diese Variante sind, sollten wir nicht das Schlimmste befürchten."

Noch wenig bekannt über die neue Variante

Etwa, dass sie vergleichbar mit der südafrikanischen Mutation ist, wie schnell durch viele Medien ging. Tatsache ist: Noch gibt es wenig Klarheit über diese Variante, die Wissenschaftler B.1.526 getauft haben. Sicher sei nur, dass es sie gibt, sagt Epidemiologin Wafaa El-Sadr von der Columbia Universität dem ARD-Studio New York.

Es sieht so aus, dass wir es mit einer Variante zu haben, die vorwiegend in New York grassiert. Aber was das genau bedeutet, das müssen wir erst herausbekommen.

Das mutierte Virus war den Forschern zum ersten Mal im vergangenen November aufgefallen. Seitdem habe es sich rapide verbreitet - auch in Regionen nördlich der Metropole. El Sadr erforscht die Neuentdeckung mit - als Direktorin am Epidemiologischen Institut der Universität. Die Mutation zeige sich auf der Oberfläche des Virus - im sogenannten Zacken-Protein, mit dem es sich an die Körperzellen anheftet. Solche Veränderungen im sogenannten Spike-Protein mache grundsätzlich erstmal alle nervös, sagt El-Sadr.

Diese Veränderungen können zur Folge haben, dass sich das Spike-Protein besser festsetzen kann. Oder, dass sich das Virus schneller vermehren kann. Oder, dass es sich nicht von den Antikörpern durch unsere Impfstoffe bekämpfen lässt.

Gesundheitskommission warnt vor Panik

Nichts von dem sei bislang allerdings nachgewiesen. Es gebe noch keine Studien, die reif für die Veröffentlichung seien, erklärt El-Sadr. "Und selbst, wenn es im Labor so aussieht, als mache die Variante den Impfstoff wirkungslos, heißt das noch lange nicht, dass dies auch in der echten Lebenssituation so ist."

In einem Bericht der Columbia Universität heißt es: Das mutierte Virus habe sich seit Dezember mit alarmierender Geschwindigkeit verbreitet. Inzwischen trage sein Anteil bei den nachgewiesenen Infektionen fast 13 Prozent. In wenigen Wochen wollen die Virenforscher mehr über die New York-Variante wissen. Solange bleibe vieles Spekulation, warnt der Chef der Gesundheitskommission Dave Chokshi.

Ob es sich schneller verbreitet. Ob es schlimmer krank macht. Oder ob es die Wirksamkeit des Impfstoffs reduziert - wir haben darauf noch keine Hinweise.

Und solange solle auch niemand voreilig Panik verbreiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. März 2021 um 05:42 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".