Neuseelands Premierministerin Jacinda Adern gedenkt in während einer Schweigeminute der Opfer eines Vulkanausbruchs. | Bildquelle: HAGEN HOPKINS/POOL/EPA-EFE/REX

Nach Vulkanausbruch Schweigeminute in Neuseeland

Stand: 16.12.2019 12:09 Uhr

Mit einer Schweigeminute hat Neuseeland innegehalten - genau eine Woche nach dem Ausbruch des Vulkans auf der Insel White Island. 18 Menschen verloren ihr Leben. Zwei Leichen werden noch gesucht.

Nach dem Vulkanausbruch auf der Insel White Island hat Neuseeland in einer Schweigeminute der Opfer gedacht. Um 14.11 Uhr Ortszeit herrschte in Geschäften und an Arbeitsplätzen im ganzen Land Stille. Um exakt diese Uhrzeit war der Vulkan vor einer Woche ausgebrochen.

Trauernde Angehörige wurden für die Schweigeminute mit Booten in die Nähe der Insel gebracht, wie die Bürgermeisterin der Stadt Whakatane, vor deren Küste die Vulkaninsel liegt, mitteilte. Im Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Wellington, in dem sich auch der Amtssitz der Regierung befindet, unterbrach Premierministerin Jacinda Ardern für die Schweigeminute eine Kabinettssitzung. "Unsere Gedanken sind weiterhin bei den Familien derjenigen, die gestorben sind und verletzt wurden", sagte Ardern. In der Stadt lagen Kondolenzbücher für die Öffentlichkeit aus.

Diskussion über Sicherheitsmaßnahmen

Offiziellen Angaben zufolge kamen durch den Ausbruch mindestens 18 Menschen ums Leben. Es handelt sich um 16 Touristen und zwei Reiseführer. Nach zwei Leichen wird immer noch gesucht. Nach dem Unglück war in Neuseeland Kritik an den Bootsausflügen auf die Vulkaninsel laut geworden - zumal die Warnstufe für den White Island Vulkan erst einige Tage zuvor angehoben worden war.

Die Frage, ob die Katastrophe hätte verhindert werden können, könne aber nicht in naher Zukunft beantwortet werden, warnte Ardern. Eine Untersuchung der neuseeländischen Arbeitsschutzbehörde könne ein Jahr dauern und auch die Arbeit der Gerichtsmediziner sei langwierig. "Sie müssen ihre Arbeit richtig machen können", sagte die Premierministerin.

Vulkanausbruch auf  White Island | Bildquelle: dpa
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Der Vulkan auf White Island war ein beliebtes Touriistenziel. Jetzt ist die Insel gesperrt.

Suche nach Leichen geht weiter

Am Freitag hatten Elitesoldaten in einem hochriskanten Einsatz sechs Todesopfer von der Insel geborgen. Weitere Suchaktionen blieben bislang erfolglos.

Um die Leichname zu finden, würden die Rettungskräfte "mit allen Experten" zusammenarbeiten, sagte Polizeichef Mike Bush dem Sender Radio New Zealand. Beteiligt sei unter anderem der Hafenmeister, "der die Gewässer besser kennt als jeder andere". Die Suche werde solange fortgesetzt, wie es "eine Chance" zur Bergung der Opfer gibt", fügte er in einem anderen Radiointerview hinzu. Diese könne "Tage oder Wochen" dauern.

26 Verletzte werden nach Behördenangaben noch in Krankenhäusern in Neuseeland und Australien behandelt. Die meisten von ihnen schweben wegen schwerster Verbrennungen weiter in Lebensgefahr. Die Brandverletzungen waren so schwer, dass Neuseeland nach Angaben von Medizinern Haut für Transplantationen aus dem Ausland einführen musste.

Vulkan seit einiger Zeit besonders aktiv

Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der Vulkan auf White Island war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv. Das Betreten der Insel war nur mit ausgebildeten Führern gestattet. Das Eiland in Privatbesitz ist nunmehr als Todeszone komplett gesperrt. Es war der erste tödliche Ausbruch seit 1914 - damals kamen zehn Bergarbeiter ums Leben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Dezember 2019 um 11:00 Uhr.

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