Bei einer Schießerei in zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat es Tote und Verletzte gegeben. | Bildquelle: AP

Neuseeland Tote bei Angriffen auf Moscheen

Stand: 15.03.2019 05:53 Uhr

Bei Angriffen auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Täter soll es sich um einen rechtsextremen Australier handeln, wie Australiens Regierungschef Morrison erklärte. Er sprach von einem Terrorakt.

Bei einem bewaffneten Angriff auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat es nach offiziellen Angaben eine "bedeutende Anzahl" von Toten und Verletzten gegeben. An den Fahrzeugen der Angreifer seien Sprengsätze gefunden worden, die von der Armee entschärft worden seien. Es wurden vier Personen festgenommen.

Neuseeländische Medien sprachen von Angriffen mit Schusswaffen während der Freitagsgebete. Sie berichteten von mindestens neun bis 27 Toten und zahlreichen Verletzten. Die Polizei bestätigte diese Zahl bislang nicht.

Morrison spricht von Terrorakt

Bei dem Täter soll es sich um einen rechtsextremen Australier handeln, erklärte Regierungschef Scott Morrison. Der Angriff sei von einem "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen" verübt worden.

Die Polizei rief die Bevölkerung auf, nicht nach draußen zu gehen. Das Zentrum von Christchurch wurde abgeriegelt. Die Schüler in der Stadt durften ihre Klassenräume nicht verlassen. Alle Moscheen wurden dazu aufgerufen, aus Sicherheitsgründen zu schließen.

"Unter keinen Umständen in eine Moschee gehen"

Die Lage war auch nach Stunden unklar. Polizeisprecher Bush sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer "sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen". Zugleich appellierte er an alle Muslime in Neuseeland, zuhause zu bleiben. "Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen." Bei den Festgenommenen handele es sich um drei Männer und eine Frau.

Menschen stehen vor einer Moschee in Christchurch, in der ein Angreifer mehrere Gläubige während des Freitagsgebets erschossen haben soll. | Bildquelle: AP
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Menschen stehen vor einer Moschee in Christchurch, in der ein Angreifer mehrere Gläubige während des Freitagsgebets erschossen haben soll.

Die Stadt schloss wegen der unklaren Lage auch alle staatlichen Gebäude. Neben Schulen wurden auch das Rathaus, die städtische Bücherei und Museen geschlossen. Christchurch hat 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats.

Augenzeuge berichtet von halbautomatischer Waffe

Augenzeuge Len Peneha sagte, er habe einen schwarz gekleideten Mann gesehen, der die Moschee Masdschid al-Noor betrat, dann habe er Schüsse gehört, und Menschen seien panisch aus der Moschee gerannt.

Der Angreifer habe die Moschee anschließend verlassen und habe etwas, was wie eine halbautomatische Waffe aussehe, fallengelassen. Peneha, der seit fünf Jahren neben der Moschee wohnt, sagte, er sei anschließend in die Moschee gegangen, um zu helfen. "Ich habe überall tote Menschen gesehen", sagte er. "Drei waren im Gang am Eingang der Moschee, und es waren Menschen in der Moschee."

"Einer der schwärzesten Tage Neuseelands"

Der "New Zealand Herald" berichtete von einem weiteren Angriff ebenfalls in Christchurch. In der Linwood Masdschid Moschee seien auch Schüsse gefallen. Ein Zeuge, Mark Nichols, berichtete der Zeitung, er habe etwa fünf Schüsse gehört, und dass ein Besucher der Freitagsgebete die Schüsse erwidert habe. Er habe zwei Verletzte gesehen, die auf Tragen an seinem Geschäft vorbei gebracht wurden.

Premierministerin Jacinda Ardern sprach von "einem der schwärzesten Tage Neuseelands". Sie werde sich umgehend nach Christchurch aufmachen.

Schießerei in Moscheen in Neuseeland
Lena Bodewein, ARD Singapur
15.03.2019 06:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. März 2019 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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