Waffengeschäft in Christchurch, Neuseeland | Bildquelle: REUTERS

Nach Christchurch-Anschlag Neuseeland kauft Waffen zurück

Stand: 20.06.2019 12:12 Uhr

Rund drei Monate nach dem Anschlag auf Moscheen in Christchurch hat die neuseeländische Regierung ein Programm zum Rückkauf von Halbautomatik-Gewehren gestartet. Wer die Waffen abgibt, wird entschädigt.

Neuseeland hat nach dem rassistisch motivierten Anschlag auf zwei Moscheen mit 51 Todesopfern mit dem Rückkauf von sogenannten halbautomatischen Waffen begonnen. Der Pazifikstaat stellt dafür 208 Millionen Neuseeland-Dollar (etwa 121 Millionen Euro) zur Verfügung, wie Regierung und Polizei mitteilten. Polizeiminister Stuart Nash sagte, es seien landesweit 14.300 solcher Halbautomatik-Gewehre registriert.

Das Geld ist für Leute gedacht, die ihre Waffen legal erworben hatten. Sie sollen zwischen 25 und 95 Prozent des Kaufpreises zurückerhalten. Für die Rückgabe ist bis zum 20. Dezember Zeit. Für Besitzer illegaler Waffen soll es eine Amnestie geben, wenn sie sich bei der Polizei melden.

Halbautomatische Waffen besonders gefährlich

Bei dem Anschlag auf die beiden Moscheen in Christchurch Mitte März hatte der Täter verschiedene Schusswaffen genutzt, auch halbautomatische. Diese gelten als besonders gefährlich, weil der Schütze zwar jedes Mal neu abdrücken muss, die nächste Patrone dann aber sofort und automatisch nachgeladen wird. Kurz nach dem Anschlag hatte Neuseeland ihren Verkauf bereits verboten.

Der Attentäter von Christchurch (Archivbild). | Bildquelle: REUTERS
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Der Attentäter von Christchurch (Archivbild).

Als mutmaßlicher Attentäter sitzt ein 28 Jahre alter Rassist und Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Dem ehemaligen Fitness-Trainer Brenton T. droht lebenslanges Gefängnis. Der Mann hatte seit 2017 einen neuseeländischen Waffenschein. Zumindest einen Teil der Waffen kaufte er legal übers Internet. Der Prozess soll im Mai 2020 beginnen.

In Deutschland sind halbautomatische Waffen für Jagd und Sport erlaubt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juni 2019 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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