Die neuseeländische Nationalflagge auf Halbmast auf einem Parlamentsgebäude in Wellington. | Bildquelle: AFP

Terrorangriff in Neuseeland Vereint in Abscheu und Entsetzen

Stand: 16.03.2019 13:34 Uhr

Mit einer Helmkamera hat einer der Täter von Christchurch sein brutales Vorgehen gefilmt. Die Menschen in Neuseeland sind voller Abscheu und trauern um die 49 Toten. Die Suche nach den Hintergründen läuft.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Erst ein rechtsradikales serbisches Lied, dann der Marsch der britischen Grenadiere - einer der Täter von Christchurch hat mit einer Helmkamera seine Fahrt zu den Anschlägen gefilmt und online gestellt. Es ist ein entsetzliches Dokument tödlichen Hasses.

Der Mann steigt schwer atmend aus dem Auto und beginnt seine Terrortat in einer Moschee in der Innenstadt der neuseeländischen Stadt. Er kommt wieder, ein automatisches Gewehr im Arm. Auf dem Beifahrersitz liegen weitere Waffen. Der mutmaßliche Täter lädt seine Waffe durch, um weitere Schüsse aus dem fahrenden Auto abzufeuern.

Trauer und Entsetzen nach Angriffen auf zwei Moscheen in Neuseeland
tagesschau 17:00 Uhr, 15.03.2019, Sandra Ratzow, ARD Singapur

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"Wir verurteilen euch zutiefst"

Die Tat von Christchurch brachte brutale Gewalt in einem nie dagewesenen Ausmaß über das friedliche Neuseeland. Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem der finstersten Tage in der Geschichte des Landes. "Ihr habt uns ausgewählt, aber wir lehnen Euch ab und verurteilen Euch zutiefst", sagte sie. "Das sind Menschen mit extremistischen Ansichten, die keinen Platz in Neuseeland finden und nirgendwo auf der Welt."

Die ersten Schüsse fielen gegen 13.45 Uhr Ortszeit (1.45 Uhr deutscher Zeit). 300 Gläubige hatten sich in der Moschee in Christchurch zum Freitagsgebet versammelt, als ein Mann mit Helm und Schutzweste aus einer Schnellfeuerwaffe in die Menge feuerte. Augenzeugen berichten von mindestens 50 Schüssen, möglicherweise auch mehr. In der Moschee brach Panik aus, Menschen rannten in Strümpfen auf die Straße.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern | Bildquelle: AFP
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"Wir lehnen euch ab und verurteilen euch zutiefst" - Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern

Menschen in Panik auf der Straße

"Junge Männer rannten neben meinem Auto her", erzählt eine Augenzeugin einem BBC-Reporter. "Sie begannen zu stürzen, einer links, einer rechts von meinem Auto." Sie beschreibt, wie sie versucht, die Opfer um sie herum zu retten. Einen kann sie auf den Rücksitz ziehen und Druck auf seine Wunde ausüben.

"Wir haben damit weitergemacht, bis Hilfe kam, aber der Mann auf der anderen Straßenseite starb. Ich bin 66 Jahre alt, ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas einmal erleben müsste, nicht in Neuseeland", sagt die Augenzeugin.

Neuseeland geschockt

49 Menschen starben im Kugelhagel des Angreifers, der Boden der Moschee war übersät mit Patronenhülsen. Wenig später gab es einen weiteren tödlichen Angriff auf eine Moschee in einem Vorort von Christchurch.

Das Land steht unter Schock. Aus der ganzen Stadt kamen Bürger der Stadt zu den Tatorten, um ihr Mitgefühl mit den Opfern der Anschläge zu zeigen. "Unsere Herzen sind gebrochen. Es ist so traurig, das sollte nicht passieren in unserem Land", erzählt ein Ehepaar. "Menschen sollten sich sicher fühlen, wenn sie beten. Was bleibt, sei Wut. "Viele der Opfer in der muslimischen Gemeinde sind aus dem Krieg geflohen, sie haben ihr Leben gerettet, um in Neuseeland eine Zuflucht zu finden. Es ist unglaublich, so unfassbar."

Rechtsradikales Manifest

Vier Verdächtige hat die Polizei festgenommen - drei Männer und eine Frau, eine Person ist inzwischen auf freiem Fuß. Sie hatten Sprengsätze an ihren Autos befestigt, die von der Armee entschärft wurden.

Im Netz kursiert ein rechtsradikales Manifest, das den Anschlag anzukündigen scheint. Von der "Überlegenheit der weißen Rasse" ist darin die Rede. Ob es allerdings wirklich von einem der Täter stammt, ist bislang nicht zweifelsfrei belegt. Einer der Täter ist Australier. Der australische Premierminister Scott Morrison sprach von einem rechtsextremen gewalttätigen Terroristen.

Viele Einwanderer aus Pakistan und Bangladesch

Nur ein Prozent der Neuseeländer - etwa 50.000 - sind Muslime, viele davon Einwanderer aus Pakistan oder Bangladesch. "Sie haben Neuseeland zu ihrer Heimat gemacht", sagte Premierministerin Ardern.

"Es gibt keinen Platz für diese Intoleranz in unserem Land", erzählt eine Frau vor der Moschee. "Der Silberfarn, den ich mitgebracht habe, ist für alle, für Muslime, Japaner, Chinesen, für Kiwis, für alle. Wir sind in diesem Land zusammen. "

Terror in Neuseeland
Lena Bodewein, ARD Singapur
15.03.2019 15:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. März 2019 um 11:00 Uhr.

Korrespondentin

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