Kreml in Moskau | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Giftanschlag auf Nawalny Kreml weist Anschuldigungen zurück

Stand: 03.09.2020 13:34 Uhr

Die russische Regierung hält die Vorwürfe im Fall des vergifteten Kremlkritikers für gegenstandslos. Wenn man "ganz nüchtern" auf das Geschehene blicke, bringe der Fall niemandem Vorteile, sagte ein Sprecher.

Die russische Regierung hat Anschuldigungen zu einer möglichen Verwicklung in den Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny zurückgewiesen. "Es gibt keinen Grund, dem russischen Staat etwas vorzuwerfen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Deshalb sehe er auch keinen Anlass für irgendwelche Sanktionen, die gegen Russland oder gegen die Ostsee-Pipline Nord Stream 2 verhängt werden könnten.

Die Bundesregierung hatte zuvor erklärt, Nawalny sei "zweifelsfrei" mit einem chemischen Nervenkampfstoff der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet worden. Der 44 Jahre alte Nawalny ist einer der schärfsten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Nawalnys Team geht davon aus, dass Putin den bekannten Oppositionellen ausschalten wollte.

Putin will keine Erklärung abgeben

Kremlsprecher Peskow sagte weiter, dass der Fall niemandem Vorteile bringe. "Ich glaube nicht, dass das für irgendjemanden nützlich ist - wenn man ganz nüchtern auf das Geschehene blickt." Es gebe keinen Anlass für eine Erklärung des Staatschefs, zudem seien auch keine Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu geplant.

Nawalny ist seit einem Inlandsflug in Sibirien vor zwei Wochen im Koma. Dort war er sowohl zu Recherchen für seinen Anti-Korruptionsfonds als auch für die anstehenden Regionalwahlen unterwegs.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. September 2020 um 14:00 Uhr.

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