Alexej Nawalny und seine Frau Julia am Krankenbett in der Berliner Charité. | Bildquelle: Daria Nawalny/privat/Instagram/dpa

Nawalny meldet sich aus Charité "Ich konnte eigenständig atmen"

Stand: 15.09.2020 13:32 Uhr

Laut Berliner Charité hat sich der Gesundheitszustand von Kremlkritiker Nawalny verbessert. Dieser meldete sich nun selbst zu Wort - mit einem Foto auf Instagram.

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat sich erstmals nach seiner Vergiftung wieder zu Wort gemeldet. Der 44-Jährige veröffentlichte ein Foto auf Instagram.

"Hi, hier ist Nawalny. Ich vermisse Euch alle", heißt es in der Bildunterschrift. "Ich kann immer noch kaum etwas machen, aber gestern konnte ich den ganzen Tag alleine atmen." Auf dem Foto ist Nawalny zu sehen, wie er neben seiner Frau auf einem Krankenbett der Berliner Charité sitzt.

Der russische Oppositionelle war am 22. August in das Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er zwei Tage zuvor auf einem Inlandsflug in Sibirien zusammengebrochen war.

Bereits vor dem Instagram-Post von Nawalny hatte die Charité mitgeteilt, dass sich sein Zustand weiter verbessert habe. Demnach konnte er "vollständig von der maschinellen Beatmung entwöhnt" werden und sein Bett zeitweise verlassen.

Nowitschok durch Labore bestätigt

Nach Angaben der Bundesregierung wurde der Oppositionelle mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet, Labore in Frankreich und Schweden bestätigten den Befund.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem "versuchten Giftmord" und forderte Aufklärung von der russischen Seite. Seither haben sich die Spannungen zwischen Berlin und Moskau massiv verschärft. Die russische Regierung weist jede Schuld an der Vergiftung des Gegners von Staatschef Wladimir Putin zurück.

Russland unterstreicht Hilfsbereitschaft

Unterdessen betonte Russland abermals seine Bereitschaft zur Aufklärung des Giftanschlags auf den Oppositionspolitiker. Ein Sprecher des Präsidialamtes in Moskau sagte weiter, jeder wäre glücklich, wenn sich Nawalny wieder erholen würde. Dieser könne dann auch wieder zurück nach Russland kommen. Die russische Regierung verstehe allerdings nach wie vor nicht, warum sie keinen Zugang zu den Untersuchungsproben von Nawalny erhalte.

Kreml-Kritiker Nawalny geht es nach Vergiftung offenbar besser
Martha Wilczynski, ARD Moskau
15.09.2020 13:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. September 2020 um 12:45 Uhr.

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