Kreml-Kritiker Alexej Nawalny verlässt am 11. Juli 2019 das Gefängnis in Moskau. | Bildquelle: dpa

Kreml-Kritiker in Klinik Gift in der Zelle von Nawalny?

Stand: 29.07.2019 14:25 Uhr

Kreml-Kritiker Nawalny musste nach einem angeblichen Allergieschock ins Krankenhaus. Seine Ärztin und seine Anwältin vermuten, dass er in seiner Zelle mit Gift in Berührung kam. Inzwischen wurde er zurück ins Gefängnis gebracht.

Der in ein Krankenhaus eingelieferte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist möglicherweise mit Gift in Berührung gekommen. "Wir können nicht ausschließen, dass seine Haut von einem Gift berührt und von einer unbekannten chemischen Substanz durch einen Dritten verletzt wurde", schrieb Nawalnys Hausärztin Anastasia Wassiliewa auf Facebook. 

Demnach litt der prominente Oppositionspolitiker unter geschwollenen Augenlidern und hatte Abszesse an Nacken, Rücken, Rumpf und Ellenbogen. Nawalny habe noch nie eine allergische Reaktion erlitten, erklärte Wassiliewa nach einem Besuch bei dem Politiker im Krankenhaus. Sie forderte eine Untersuchung der Bettwäsche in seiner Gefängniszelle. Auch die Anwältin des russischen Oppositionspolitikers, Olga Michailowa, führte die Erkrankung ihres Mandanten auf eine Vergiftung zurück.

Nach Angaben Wassiliewas wurde Nawalny inzwischen gegen ihren Rat zurück ins Gefängnis gebracht. Sie hatte zuvor vor einer frühzeitigen Entlassung gewarnt. Nicht einmal die Ergebnisse der Untersuchung lägen vor, sagte die Medizinerin.

Verlegung in ein Krankenhaus

Der Kreml-Kritiker war am Sonntag aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden. Seine Sprecherin Kira Jarmisch sprach zunächst von einer "schweren allergischen Reaktion". Nawalny werde medizinisch versorgt und polizeilich bewacht.

Der Oppositionspolitiker war am Mittwoch zu 30 Tagen Haft verurteilt worden, weil er zu einem nicht genehmigten Protest aufgerufen hatte. Nawalny ist einer der prominentesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Demonstrationen organisiert, was ihm immer wieder kurze Haftstrafen einbrachte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Juli 2019 um 10:00 Uhr.

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