Treffen der NATO-Verteidigungsminister mit den EU-Partnern im NATO-Hauptquartier in Brüssel. | EPA

NATO-Treffen in Brüssel Eine Milliarde für neue Technologie

Stand: 22.10.2021 14:37 Uhr

Die NATO will auf Bedrohungen durch Russland vorbereitet sein - und lässt sich das etwas kosten. Eine Milliarde Euro soll bis Juni 2022 in neue Technologien fließen. Zuletzt hatten die Spannungen mit Russland erneut zugenommen.

Mit einem gemeinsamen Fonds wollen die NATO-Mitglieder bis Mitte des kommenden Jahres bis zu eine Milliarde Euro in Technologien zur Verteidigung investieren. Das kündigte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach dem Abschluss des zweitägigen Treffens der Verteidigungsminister des Bündnisses an.

"Der neue Innovationsfonds wird sicherstellen, dass die Alliierten die neuesten Technologien und Fähigkeiten, die für unsere Sicherheit von entscheidender Bedeutung sein werden, nicht verpassen", so Stoltenberg. Neben 16 weiteren Staaten will sich auch Deutschland an den Investitionen beteiligen - in welcher Höhe blieb noch offen.

Als Beispiele für solche Technologie nannte die NATO unter anderem Robotersysteme, selbstfliegende Flugzeuge oder Hyperschallantriebe, die auch von China und Russland entwickelt werden.

NATO will für Angriffsszenarien gewappnet sein

Bereits am Donnerstag hatten die NATO-Verteidigungsminister bekanntgegeben, dass sie sich auf einen gemeinsamen "Masterplan" geeinigt hätten, der der Abschreckung Russlands dienen soll. Zwar betonten die Minister, dass nicht von Angriffen durch Russland auszugehen sei. Trotzdem will das Bündnis auf eventuelle Bedrohungen von russischer Seite im Baltikum und in der Schwarzmeer-Region gewappnet sein.

Aus Russland kam scharfe Kritik am "Konfrontationskurs" der NATO, wie es Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow formulierte. "Dieses Bündnis wurde nicht für den Frieden geschaffen, es wurde für die Konfrontation erdacht, entworfen und geschaffen", kritisierte er und betonte, dass unter diesen Bedingungen "kein Bedarf an einem Dialog" mit der NATO bestehe.

Neue Spannungen zwischen NATO und Moskau

Die Beziehungen zwischen der Verteidigungsallianz und der russischen Regierung hatten sich zuletzt wieder verschlechtert. Anfang des Monats hatte die NATO acht russischen Diplomaten die Akkreditierung entzogen, da sie als Mitglieder der russischen Vertretung bei der NATO auch für den Geheimdienst gearbeitet haben sollen. Infolge dessen kündigte Russland an, ab dem ersten November die Arbeit der eigenen ständigen Vertretung bei der NATO in Brüssel einzustellen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Oktober 2021 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.