Ein "Eurofighter" der Luftwaffe (vorn) auf einer Mission mit einer britischen Maschine des gleichen Typs im Luftraum über Litauen. (Quelle: Iain Curlett/Royal Air Force)

NATO-Alarmstarts Mehr Einsätze wegen russischer Flieger

Stand: 28.12.2020 15:06 Uhr

Bei Alarmstarts müssen Jagdflugzeuge der NATO innerhalb weniger Minuten in der Luft sein. In diesem Jahr rückten diese Flieger 350 Mal aus, um russische Flugzeuge zu identifizieren.

Kampfflugzeuge der NATO haben in diesem Jahr laut Angaben des Bündnisses bereits mehr als 400 Alarmstarts absolviert. Bei 350 der Einsätze sei es darum gegangen, russische Flugzeuge zu identifizieren und zu überwachen. "In den vergangenen Jahren haben wir eine Zunahme russischer Militär-Aktivitäten im Luftraum nahe der NATO-Grenzen beobachtet", sagte eine Sprecherin.

Risiko für zivile Flugzeuge

Russische Militärflugzeuge übermittelten oft keine Angabe ihrer Position und Höhe, legten keinen Flugplan vor oder kommunizierten nicht mit Fluglotsen, erklärte die NATO. Dies stelle ein potenzielles Risiko für zivile Flugzeuge dar. Im Vergleich zu 2019 sei die Zahl der russlandbezogenen Alarmstarts 2020 leicht angestiegen.

Bei Alarmstarts müssen Jagdflugzeuge aus NATO-Staaten innerhalb weniger Minuten in der Luft sein, um zum Beispiel durch Sichtkontakt festzustellen, ob ein verdächtiges Luftfahrzeug gefährlich ist. Notfalls könnte dieses dann mit Gewalt aufgehalten werden. Die Einsätze werden in den allermeisten Fällen wegen russischer Flugzeuge geflogen. Nur selten geht es um Militärflugzeuge anderer Staaten oder nicht sofort identifizierbare Passagier- oder Frachtmaschinen.

60 NATO-Flieger in Bereitschaft

In Europa überwachen nach NATO-Angaben rund 40 Radarstationen und Meldeknotenpunkte den Luftraum. Etwa 60 NATO-Flugzeuge sind laut Bündnisangaben rund um die Uhr in Bereitschaft. Luftraumüberwachung sei eine wichtige Leistung der NATO für ihre Mitglieder.

Die Bundeswehr ist regelmäßig im Rahmen des verstärkten "Air Policing" der NATO im Baltikum an der Überwachung russischer Flugzeuge beteiligt. Derzeit sind dafür bis zu sechs deutsche Kampfflugzeuge vom Typ "Eurofighter" im estnischen Ämari stationiert.

Das verstärkte "Air Policing" im Baltikum war 2014 nach dem Beginn des Ukraine-Konflikts begonnen worden - vor allem auf Wunsch der östlichen Bündnispartner Litauen, Lettland und Estland. Dies sei ein wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzeptes für die Bündnisstaaten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2020 um 16:00 Uhr.