Im baden-württembergischen Immendingen werden im Januar 2018 mehrere "Boxer" verladen.  | Bildquelle: dpa

Pläne für Logistikzentrale NATO-Zentrum soll nach Ulm kommen

Stand: 20.03.2018 15:48 Uhr

Das geplante NATO-Logistikzentrum soll laut Verteidigungsministerium in Ulm angesiedelt werden: Dort habe man bereits die nötige Erfahrung. Die endgültige Entscheidung treffen die NATO-Minister im Juni.

Schon länger hat die Bundesregierung angekündigt, sich verstärkt in die NATO einzubringen. Jetzt werden die Pläne konkreter: Das neue Logistikkommando des Verteidigungsbündnisses soll voraussichtlich in Ulm angesiedelt werden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Kompetenz für Truppenverlegung fehlt

Nötig ist die neue Kommandozentrale aus NATO-Sicht deshalb, weil mit ihrer Hilfe im Krisenfall zügig Menschen und Material quer durch den Kontinent bewegt werden sollen - eine Anforderung, der seit dem Ende des Kalten Krieges eine geringere Priorität eingeräumt worden war.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte dem Bündnis bereits im Februar angeboten, Deutschland könne wegen seiner "Lage im Herzen Europas" das Kommando beherbergen. Käme es zu einer massiven Truppenverlegung Richtung Osten, wäre Deutschland als zentral gelegenes Land mit mehreren Häfen ohnehin von entscheidender Bedeutung.

Ulmer Soldaten mit internationaler Erfahrung

Unklar war bisher noch, wo das Logistikzentrum eingerichtet werden soll. Im Gespräch war neben Ulm auch der Raum Köln-Bonn. In Ulm hält die Bundeswehr bereits ein multinational besetztes Kommando vor, das Einsätze im Auftrag der Vereinten Nationen, der NATO und der EU führen und dazu schnell in alle Welt verlegt werden kann.

Das neue Kommandozentrum soll laut Verteidigungsministerium nicht in die bestehende NATO-Struktur integriert, aber eng mit ihr verzahnt werden. So können das Personal und die Fähigkeiten auch für nationale Übungen und Einsätze außerhalb des Bündnisses genutzt werden.

Entscheidung im Juni

Mit der Federführung für das neue Kommando übernimmt die Bundesregierung auch einen Großteil der Kosten. Die abschließende Entscheidung über den Standort des Logistik-Kommandos wollen die NATO-Verteidigungsminister bei einem Treffen im Juni fällen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. März 2018 um 17:00 Uhr.

Darstellung: