NATO-Logo vor dem Hauptquartier | Bildquelle: REUTERS

Kampf gegen IS im Irak NATO schickt Hunderte Soldaten

Stand: 26.04.2018 15:09 Uhr

Erst kürzlich hat der "Islamische Staat" wieder mit Anschlägen im Irak gedroht. Nun will die NATO Hunderte Soldaten in das Land schicken. Die sollen indirekt beim Kampf gegen den IS helfen.


Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Hilfe zur Selbsthilfe ist das, was die NATO eigenen Angaben zufolge im Irak vorhat: Indem sie verstärkt Militär-Ausbilder trainiert, soll die irakische Armee auf robustere eigene Füße gestellt werden. Und letztlich auch verhindern, dass die Terror-Milizen vom "Islamischen Staat" wieder stärker werden.

Kräfte vor Ort ausbilden

Jens Stoltenberg | Bildquelle: AP
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NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg: Hunderte Soldaten in den Irak

"Zu oft haben wir erfahren müssen, dass Chaos in dieser Region Terror-Anschläge auf unserem eigenen Boden bewirkt und verzweifelte Flüchtlinge und Migranten an unsere Türschwelle treibt", erklärte der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Daher steigere die NATO ihre Bemühungen, Kräfte vor Ort auszubilden, damit die den Terrorismus bekämpfen und ihre Länder stabil halten könnten.

Irakische Militärschulen aufbauen

Bisher war das Bündnis - neben einem Trainingseinsatz in Jordanien - in der Region nur mit einer winzigen Ausbildungsmission in Bagdad aktiv, die ganze 20 ständige Mitarbeiter zählte. Jetzt bestätigte Stoltenberg erstmals Planungen, mehrere Hundert Soldaten in den Irak zu schicken. "Die werden irakische Ausbilder unterrichten und dabei helfen, irakische Militärschulen aufzubauen", so Stoltenberg. Dass dies eines Tages in einen NATO-Kampfeinsatz mündet, schließt das Bündnis aus.

Unklar ist bisher, ob sich die Bundeswehr an der Trainings-Mission beteiligen wird. Außerhalb des NATO-Rahmens halfen deutsche Soldaten bisher in Erbil im Nordirak dabei, kurdische Peschmerga-Kämpfer auszubilden.

Ausdrücklicher Wunsch der USA

Kein Geheimnis ist, dass die Militär-Allianz mit der Ausweitung des Irak-Einsatzes einem ausdrücklichen Wunsch der Vereinigten Staaten nachkommt. US-Präsident Donald Trump fordert beständig von den NATO-Partnern, doch bitte mehr im Kampf gegen den Terror zu tun.

US-Verteidigungsminister James Mattis warnte unlängst in Brüssel davor, sich in Sicherheit zu wiegen, auch wenn der "Islamische Staat‘" zurückgedrängt worden sei. Man glaube, dass es im Interesse der NATO ist, auf Wunsch der irakischen Regierung zu einer beständigen Mission in dem Land überzugehen, so Mattis. Um der Regierung dabei zu helfen, jene Kräfte aufzubauen, die nötig seien, um das Emporkommen einer anderen Art von Terror-Organisation zu verhindern.

Offiziell gestartet werden soll die Ausbildungsmission beim NATO-Gipfel im Juli. Einige europäische Bündnispartner waren zunächst zurückhaltend, was nach über einem Jahrzehnt in Afghanistan eine weitere Ausbildungsmission anging. Doch den USA die Bitte ausschlagen wollten sie auch nicht.

Rückkehr des IS verhindern - NATO schickt hunderte Soldaten in den Irak
Kai Küstner, ARD Brüssel
26.04.2018 14:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. April 2018 um 14:21 Uhr und 15:03 Uhr.

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