Jens Stoltenberg | EPA

Außenministertreffen in Brüssel NATO will mehr Waffen liefern

Stand: 07.04.2022 17:14 Uhr

Die NATO-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, der Ukraine eine breite Palette von Waffensystemen zur Verfügung zu stellen. Das verkündete Generalsekretär Stoltenberg. Der ukrainische Außenminister Kuleba drängt auf Tempo.

Die NATO-Staaten haben sich auf zusätzliche Militärhilfe für die von Russland angegriffene Ukraine verständigt. "Wir waren uns einig, dass wir unsere Unterstützung für die Ukraine weiter stärken und aufrechterhalten müssen, damit sich die Ukraine durchsetzt", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem Außenministertreffen in Brüssel. Das Land müsse in der Lage sein, der russischen Aggression zu widerstehen, so Stoltenberg. Er kündigte an, dass eine breite Palette von Waffensystemen an die Ukraine geliefert würde. "Wir müssen den tapferen Ukrainern helfen, ihre Heimat und ihr Land zu verteidigen."

Bereitstellung unterschiedlicher Waffensysteme

Welche zusätzlichen Waffen nun an die Ukraine geliefert werden sollen, sagte Stoltenberg nicht. Er verstehe voll und ganz, dass es konkrete Fragen zu bestimmten Waffentypen gebe, sagte er. Die Alliierten hielten es aber für besser, sich nicht konkret zur Art der Systeme zu äußern. "Aber seien Sie versichert, dass die Verbündeten eine Vielzahl unterschiedlicher Waffensysteme bereitstellen", betonte er. Darunter seien sowohl Systeme aus der Sowjet-Zeit als auch moderne Ausrüstung.

Außerdem vereinbarten die NATO-Mitglieder, mehr zu tun, um anderen Partnern zu helfen und deren Fähigkeit zur Selbstverteidigung zu stärken, darunter Georgien und Bosnien und Herzegowina.

Ukraine: Zeitpunkt der Waffenlieferung ist entscheidend

Zu Forderungen der Ukraine, dass die Waffenlieferungen schnell kommen müssten, sagte Stoltenberg, die NATO-Staaten seien sich der Dringlichkeit bewusst. Es sei ein klares Signal des Treffens, dass es die Bereitschaft gebe, bei der Bereitstellung von Ausrüstung mehr zu tun.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagte, er habe keinen Zweifel daran, dass die Ukraine alle für den Kampf notwendigen Waffen haben werde. "Die Frage ist nur der Zeitplan", sagte Kuleba in Brüssel. Es werde nicht um Waffenlisten diskutiert, sondern wann die Ukraine die Waffen bekomme. "Und das ist entscheidend."

"Ich spreche von Tagen"

Angesichts der erwarteten Offensive Russlands im Osten der Ukraine drang Kuleba auf Tempo. "Entweder Sie helfen uns jetzt, und ich spreche von Tagen, nicht von Wochen, oder Ihre Hilfe wird zu spät kommen." Dann müssten viele Menschen sterben oder würden vertrieben.

Die Gräuel in dem Ort Butscha bei Kiew seien nur "die Spitze des Eisbergs", sagte er. Einseitig auf Sanktionen gegen Russland zu setzen, sei der falsche Weg, fuhr der ukrainische Außenminister unter Verweis auf die neuen Strafmaßnahmen der EU und ihrer Partner fort: "Sanktionen reichen nicht aus, um die russische Kriegsmaschine zu stoppen."

Als Grund für die Eile bei Waffenlieferungen nannte Kuleba die erwartete Offensive Russlands im Donbass. Der Kampf sei bereits in Gange, habe sein maximales Ausmaß aber noch nicht erreicht. "Die Schlacht um den Donbass wird Sie an den Zweiten Weltkrieg erinnern." Es werde große Operationen, Manöver, die Beteiligung von Tausenden von Panzern, Flugzeugen und Artillerie geben, so Kuleba. Der Ausgang dieser Schlacht werde auf dem Schlachtfeld entschieden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. April 2022 um 15:00, 16:00 und 17:00 Uhr.