Das Weltraumobservatorium ''XMM-Newton'' | Bildquelle: ESA-C. Carreau

Operationen im All NATO beschließt Weltraum-Strategie

Stand: 27.06.2019 18:15 Uhr

Die NATO hat erstmals eine Strategie für den Weltraum beschlossen. Im Blick hat das Bündnis dabei vor allem den Schutz von Satelliten. Sie werden für die Kriegsführung immer wichtiger.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. | Bildquelle: AP
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Der Weltraum ist bereits Kampfgebiet: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Die NATO will ihren Einsatzbereich auf das All ausdehnen. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte bei einem Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel: "Der Weltraum ist für die Verteidigung und Abschreckung des Bündnisses von wesentlicher Bedeutung". Angriffe auf strategisch wichtige Satelliten oder der Einsatz von Waffen im All könnten kriegsentscheidend sein, so Stoltenberg.

Kaum ein Einsatz ohne Satelliten-Unterstützung

Satelliten werden nicht nur für die NATO immer wichtiger: Sie ermöglichen die Kommunikation und Navigation bei Militäreinsätzen, klären auf und spionieren aus der Höhe. Außerdem können sie beispielsweise Raketenstarts orten. Ein Angriff auf einen Satelliten kann eine kriegführende Partei stark schwächen. Im Fall eines Krieges könnten sie außerdem gezielt ausgeschaltet werden, um Teile des öffentlichen Lebens lahmzulegen.

Teilstreitkraft Weltraum

Offenbar erwägt die Nato noch einen weitergehenden Schritt: Den Weltraum zu einem eigenständigen Operationsgebiet zu erklären. Damit würden Angriffe aus dem All genau so behandelt wie am Boden oder im Luft-, See- oder Cyberraum. Es gäbe dann außerdem neben Heer, Luftwaffe, Marine und Cyber eine Teilstreitkraft Weltraum. Zuletzt hatte die Nato 2016 das eigenständige Einsatzgebiet "cyber" gegründet, um sich besser gegen Hackerangriffe auf Stromnetze oder Kommunikationstechnik zu wappnen.

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Erste Zwischenfälle gab es bereits

Neben den USA haben zuletzt Russland, China und Indien ihre Fähigkeiten für Weltraumkriege ausgebaut. Indien testete im Frühjahr durch das Abschießen eines eigenen Satelliten erfolgreich eine Anti-Satelliten-Rakete. NATO-Vertreter verweisen darauf, dass auch China und Russland Möglichkeiten zur Beeinträchtigung oder Zerstörung von Satelliten getestet haben. Im Oktober 2017 kam ein russischer Satellit einem französisch-italienischen Satelliten für militärische Kommunikation auffällig nahe. Paris bezichtigte Moskau daraufhin der Spionage. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Juni 2019 um 14:00 Uhr.

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