Die NATO-Basis Poznan-Krzesiny in Polen. | Bildquelle: JAKUB KACZMARCZYK/EPA-EFE/REX/Sh

Spannungen mit Russland NATO will Einsatzbereitschaft verbessern

Stand: 02.06.2018 20:59 Uhr

Die NATO will laut Medienberichten sicherstellen, dass im Falle einer Krise weitere rund 30.000 Soldaten innerhalb von 30 Tagen verlegt werden könnten. Deutschland könne dabei eine Führungsrolle zukommen.

Die NATO-Staaten wollen die Einsatzbereitschaft ihrer Truppen erhöhen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte bei einem Besuch in Warschau vergangenen Montag, man diskutiere derzeit "verschiedene Maßnahmen, um die Einsatzbereitschaft der NATO-Streitkräfte zu erhöhen, so dass sie bei Bedarf schnell verlegt werden können". Das Bündnis müsse sicherstellen, dass es glaubwürdige Abschreckung und Verteidigung gewährleisten könne.

Hintergrund der Aufstockung sind mögliche Bedrohungen aus Russland. Seit der Annexion der Krim fühlen sich insbesondere Polen und die baltischen Staaten von einem möglichen Überfall durch den Nachbarstaat bedroht. Die NATO hat auf diese Bedenken bereits mit der Verlegung rotierender Einheiten in die östlichen Mitgliedsstaaten reagiert.

30.000 schnell verlegbare Soldaten

Konkret ist nun offenbar eine neue zusätzliche Einheit geplant. Sie solle 30.000 Soldaten umfassen, die bei einer Krisensituation innerhalb von 30 Tagen verlegt werden könne, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf hochrangige Kreise innerhalb der NATO. Zuvor hatte sie schon das "Wall Street Journal" thematisiert. Auch die Einsatzbereitschaft von Kriegsschiffen und Flugzeugstaffeln solle verbessert werden.

Im Ernstfall könnte diese Einheit die bereits bestehende Eingreiftruppe NATO Response Force (NRF) unterstützen, die aus 20.000 besonders schnell verlegbaren Soldaten besteht. Gestellt werden sie in einer jährlich wechselnden Konstellation von den Mitgliedsstaaten. Zur Unterstützung kommt ein Reservepool hinzu, der bis zu 20.000 weitere Soldaten umfasst.

Deutschland soll offenbar eine führende Rolle in dem neuen Bereitschaftskontingent spielen. Die Bundesrepublik ist bereits als Rahmennation der verstärkten NATO-Präsenz in Litauen mit 4000 Soldaten präsent.

Beratungen bereits kommende Woche

Laut dem Medienbericht werden die Vertreter der 29 NATO-Mitgliedsstaaten bereits kommende Woche bei einem Treffen der Verteidigungsminister über die Pläne beraten. Eine bestimmte Truppenstärke für den Bereitschaftspool werde auf dem Treffen jedoch nicht besprochen, teilte eine NATO-Pressesprecherin mit.

Beim NATO-Gipfel am 11. und 12. Juli wollen die Staats- und Regierungschefs eine politische Erklärung zu dem Bereitschaftskontingent verabschieden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Juni 2018 um 13:00 Uhr.

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