Nationalgardisten und Demonstranten in Washington vor dem Lincoln Memorial | Bildquelle: AFP

Nach Protesten in den USA Nationalgarde meldet Corona-Fälle

Stand: 10.06.2020 07:21 Uhr

Zehntausende Demonstranten, kein Platz für Sicherheitsabstand und Nationalgardisten, die teilweise ohne Maske Dienst tun: Nach den Protesten gegen Polizeigewalt in Washington gibt es laut einer Sprecherin Corona-Fälle in der Truppe.

Bei Mitgliedern der US-Nationalgarde sind nach ihrem Einsatz bei Anti-Rassismus-Protesten in Washington Infektionen mit dem Coronavirus aufgetreten. Dies teilte eine Sprecherin der Nationalgarde-Einheit von Washington mit. Zur Zahl der Corona-Fälle wollte sie keine Angaben machen. Die Ansteckungsfälle unter den Nationalgardisten dürften die Sorgen schüren, dass die derzeitigen Massenproteste in den USA eine erneute starke Ausbreitung des Virus befördern könnten.

Sicherheitsabstände nicht einhaltbar

Die Infektionen in der Washingtoner Nationalgarde wurden nach Angaben der Sprecherin festgestellt, nachdem die Truppe bei Protesten in der Nähe des Weißen Hauses im Einsatz gewesen war. Zwar trugen viele der Demonstranten Atemschutzmasken, jedoch nicht alle. Viele Mitglieder der Sicherheitskräfte verzichteten auf Masken. Abstände einzuhalten war auf den Demonstrationen vielfach nicht möglich.

Die jeweiligen Kommandierenden der Einheit seien verantwortlich dafür, sicherzustellen, dass ihre Truppen den Regeln entsprechende Schutzausrüstung trügen und Sicherheitsabstände möglichst einhielten, sagte die Sprecherin. Vor und nach ihrem Einsatz bei den Protesten seien die Mitglieder der Nationalgarde auf das Coronavirus getestet worden.

Lage in Washington wieder unter Kontrolle

Präsident Donald Trump hatte am Sonntag den Rückzug der Nationalgarde aus Washington angeordnet. Die Lage in der Hauptstadt sei nun "unter perfekter Kontrolle", erklärte er. Allein dort waren 1700 Mitglieder der Nationalgarde mobilisiert worden

Die US-Nationalgarde ist eine Reservistentruppe. Sie wurde zuletzt in vielen US-Städten eingesetzt, um die Ausschreitungen einzudämmen, die am Rande der landesweiten Anti-Rassismus-Demonstrationen nach dem Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz auftraten.

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