Der neue NASA-Marsroboter "Perseverance" | Bildquelle: dpa

Neuer NASA-Roboter vor Start "Perseverance" sucht Steine auf dem Mars

Stand: 18.06.2020 09:15 Uhr

In gut einem Monat bricht der neue Marsroboter "Perseverance" ins All auf. Er soll unter anderem Boden- und Gesteinsproben sammeln, die eine spätere Mission zur Erde transportieren soll.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Er heißt "Perseverance", was soviel wie "Durchhaltevermögen" heißt: der neue Marsrobotor der NASA.

Und bereits in gut einem Monat, voraussichtlich am 20. Juli, soll der geländewagengroße Rover ins All starten - trotz der Probleme, die in der Vorbereitung durch die Corona-Krise entstanden sind , sagte NASA-Chef Jim Bridenstine. "Perseverance für zwei Jahre ins Lager zu stellen, wäre doch sehr teuer." Denn man kann nicht immer einfach zum Mars fliegen, nur alle 26 Monate stehen Erde und Mars so zueinander, dass die Entfernung nicht unüberwindlich ist.

Plakette mit Namen von Corona-Helfern

An den Rover wurde eine Plakette geheftet, die alle ehrt, die im Kampf gegen das Coronavirus geholfen haben. Und auf Computerchips sind die Namen von elf Millionen Menschen aus der ganzen Welt, die sich dafür bei der NASA eingetragen haben.

Alles sei vorbereitet, sagt die NASA und stellt Details der Mission vor. "Wir wollen untersuchen, wie das Leben entstanden ist. Wir suchen Umgebungen, die Leben möglich machen. Und wir suchen danach, ob es irgendwo Leben jenseits der Erde gibt", sagt Lori Glaze, Direktorin des Bereichs Planetenforschung bei der NASA.

Hoffnung auf Spuren von Bakterien

"Perseverance" wird Bodenproben nehmen, nach Spuren von früherem Leben auf dem Mars suchen, vielleicht Bruchstücke von versteinerten Bakterien. Deshalb landet der Mars-Rover extra in einem ausgetrockneten See, in dem früher einmal Wasser war und damit vielleicht Leben.

Er soll dabei etwas völlig Neues vorbereiten, so Glaze: "Er wird Proben von Steinen und Erdboden sammeln und einpacken, die dann von einer zukünftigen Mission zur Erde zurückgebracht werden."

Das soll bereits in sechs Jahren sein. Die NASA und die europäische Raumfahrtagentur ESA arbeiten daran, um somit Marsboden im Labor auf der Erde untersuchen zu können.

Und noch etwas sei neu, so Jim Bridenstine: "Wir werden einen Hubschrauber in einer anderen Welt fliegen sehen. Das wurde noch nie in der Geschichte der Menschheit gemacht."

Suche nach Landeplatz für Astronauten

"Ingeniuity" heißt der Helikopter, der in der dünnen Marsatmosphäre fliegen können soll und der damit die Reichweite für die Forschung erheblich ausdehnt. Denn eines hat die NASA fest im Blick: Sie muss nach dem richtigen Platz suchen, an dem in vielleicht 20 Jahren Menschen auf dem Mars landen soll.

NASA stellt Details der neuen Marsmission vor
Arthur Landwehr, ARD Washington
18.06.2020 08:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Juni 2020 um 10:08 Uhr.

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