Aufnahme eines Asteroiden durch das Hobble-Teleskop. | Bildquelle: AP

NASA Manöver zum Schutz vor Asteroiden

Stand: 30.04.2019 03:23 Uhr

In Washington simulieren Weltraumforscher aus der ganzen Welt dieser Tage, wie sich die Welt auf eine potenziell katastrophale Kollision unseres Planeten mit einem Asteroiden vorbereiten kann.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

NASA-Chef Jim Bridenstine ist selbst gekommen, um das Manöver zu eröffnen. Weltraumforscher aus der ganzen Welt simulieren fünf Tage lang, was man tun kann und muss, wenn sich ein Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde bewegt.

Bridenstine verweist immer wieder auf den 20 Meter großen Meteoriden, der 2013 in Russland mehr als 7000 Gebäude zerstörte. Das Planspiel in Washington geht von einem Gesteinsbrocken aus, der zwischen 100 und 300 Metern groß ist, der 2024 der Erde so nah kommt, dass er mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 100 einschlägt.  

"Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen verstehen, dass es hier nicht um Hollywood geht. Es geht darum, den einzigen Planeten zu schützen, von dem wir wissen, dass es dort Leben gibt."

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Meteoriteneinschlag im Ural

Meteoriteneinschlag im Ural

15.02.2013: Ein heller Schweif im Morgenlicht - auf jeden Fall relativ harmlos sieht die Spur des Meteoriten aus, die er 50 Kilometer von Tscheljabinsk entfernt am Horizont hinterlässt.

Ziel ist die Entwicklung internationaler Technologien

Wie auch im Science-Fiction-Film geht es bei diesem Manöver durchaus darum, ob die Weltraumtechnik weit genug ist, im Notfall die Erde retten zu können.

"Ein Ziel ist es, international Technologien zu entwickeln, wie man Asteroiden in Erdnähe ablenken oder zerstören kann. Eine japanische Mission, bei der im April ein Asteroid beschossen wurde, dient bereits dazu, Informationen zu sammeln."

Wir müssen aber, so Bridenstine , erst einmal das ganze Ausmaß der Bedrohung kennen, um überhaupt reagieren zu können. Schätzungsweise 25.000 große Asteroiden befinden sich in unserem Sonnensystem. Nur ein Drittel davon sind registriert, beschrieben und ihre Flugbahn berechnet.

"Für die Freunde aus Europa hier: Das ist groß genug, um ein ganzes europäisches Land zu zerstören."

Wie können Behörden umgehend reagieren?

Und für möglichst alle möchte man berechnen, wo sie sich in 100 oder 200 Jahren befinden, auch um späteren Generationen Informationen über die Gefahr aus dem All mitzugeben.

Die Wissenschaftler kümmern sich aber auch um Fragen um die Bedrohung herum. Wie informiert man sinnvoll die Bevölkerung? Wie schaffen es Politiker auf der ganzen Welt, schnell und zielführend Entscheidungen zu treffen? Und was muss, was kann man tun, wenn die Katastrophe passiert und ein großer Asteroid einschlägt?

Man müsse dafür weg von Schreibtischmanövern, so Bridenstine . Raus in die richtige Welt.

 Vorbereitungen für Freitag, den 13.

Eine Möglichkeit, mit sehr viel Realität zu üben und wichtige Informationen zu sammeln, wird Freitag, der 13. April 2029 bringen, ein Tag, auf den sich Weltraumwissenschaftler auf der ganzen Welt vorbereiten. Dann fliegt der 370 Meter große Asteroid "Apophis? so nah an der Erde vorbei, dass man ihn wahrscheinlich mit bloßem Auge sehen kann. Aber er wird vorbei fliegen.

Manöver zum Schutz der Erde vor Asteroiden
Arthur Landwehr, ARD Washington
30.04.2019 06:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 30. April 2019 um 05:21 Uhr.

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