Deutsche Regierungsmaschine mit Entwicklungshilfeminister Müller in Malawi (Foto: Martin Polansky)

Panne bringt Plan durcheinander Müller sagt Namibia-Gespräche ab

Stand: 08.01.2019 14:01 Uhr

Trotz Panne am Regierungsflieger hat es Bundesentwicklungsminister Müller zu den geplanten Gesprächen in Sambia geschafft. Der Höhepunkt seiner Afrikareise musste allerdings abgesagt werden.

Von Martin Polansky, ARD-Hauptstadtstudio, zzt. in Lusaka/Sambia

Eigentlich hätte der Besuch in Namibia morgen der Höhepunkt der Reise von Entwicklungsminister Gerd Müller durch das südliche Afrika werden sollen. Nach Malawi und Sambia standen für Windhuk schwierige Themen auf dem Programm - die Aufarbeitung der deutschen Kolonialvergangenheit, die gemeinsamen Beziehungen im Schatten der deutschen Massaker an Herero und Nama vor gut einhundert Jahren.

Das Entwicklungsministerium hatte hochrangige Gespräche zu dem Thema verabredet. Unklar war allerdings bis zum Schluss, ob Müller mit Namibias Staatspräsident bzw. seinem Vize oder dem Parlamentspräsidenten zusammenkommen würde. Aber die Gespräche sind nun bis auf weiteres gecancelt. Müller fliegt nicht nach Namibia.

Deutsche Regierungsmaschine mit Entwicklungshilfeminister Müller in Malawi (Foto: Martin Polansky)
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Deutsche Regierungsmaschine mit Entwicklungshilfeminister Müller in Malawi.

Verlegung der Gespräche zu kompliziert

Nach dem Ausfall der Regierungsmaschine vom Typ Global 5000 in Malawis Hauptstadt Lilongwe ist der Zeitplan nicht mehr zu halten. Delegationsmitglieder und Mitarbeiter der Botschaften vor Ort hatten zwar noch hektisch versucht, die geplanten Termine auch mit Linienflügen zu organisieren. Aber am Vormittag entschied Müller, dass der Flug nach Namibia aus dem Programm genommen werden soll. Denn Müllers Delegation hatte es zwar geschafft, am Montagnachmittag per Linienflug von Lilongwe in Malawi in die sambische Hauptstadt Lusaka zu kommen. Aber die geplanten politischen Gespräche am Mittwochvormittag in Windhuk ließen sich per Linie nicht mehr realisieren.

Die deutsche Seite hatte in Windhuk noch angefragt, ob sich die Gespräche auf den Mittwochnachmittag verlegen ließen, aber das erwies sich in der Kürze der Zeit offenbar als zu kompliziert. Müller reagierte enttäuscht: "Der Jammer, dass man heute von Deutschland aus kein Programm mehr durchplanen kann, das ist unglaublich. Das ist auch schwierig für die Partner, einen Tag vorher abzusagen." Aber aufgeschoben sei nicht aufgehoben, die Reise solle nachgeholt werden, so Müller in Lusaka. Zukünftig müsse man aber auch andere Transportmöglichkeiten ins Auge fassen.

Defekt im Ventil - deutsche Techniker reparieren

Zuletzt hatte die Flugbereitschaft immer wieder mit Defekten an ihren Maschinen zu tun. So kam Bundeskanzlerin Merkel im Dezember mit einem Tag Verspätung zum G20-Gipfel nach Buenos Aires, weil ihre Maschine vom Typ A340 einen Defekt hatte. Müllers viel kleinere "Global 5000" gilt eigentlich als zuverlässig, am Flughafen von Lilongwe gab es allerdings vor dem geplanten Abflug einen Defekt mit einem Ventil, das für die Druckluft in der Kabine wichtig ist.

Aus Müllers Delegation heißt es nun, dass geplant sei, die Maschine in Lilongwe reparieren zu lassen. Offenbar werden dafür auch Techniker und Ersatzteile aus Deutschland eingeflogen. Müller hoffe, am Donnerstag nach Deutschland zurückfliegen zu können - das wäre das ursprünglich geplante Rückflugdatum. Bis dahin wird er statt in Namibia nun in Sambia bleiben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Januar 2019 um 20:00 Uhr.

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