Trauer in Gaza Stadt | Bildquelle: REUTERS

Nach Protesten in Gaza Tag der Wut und der Trauer

Stand: 15.05.2018 12:56 Uhr

Im Gazastreifen werden die bei den Protesten getöteten Palästinenser beerdigt. Zugleich wächst die Sorge vor neuen, massiven Unruhen. Die Wut ist groß.

Von Tim Aßmann, ARD-Studio Tel Aviv

Es ist der Tag der Demonstrationen - in den palästinensischen Gebieten und auch in den arabischen Städten Israels. Im Gazastreifen ist es außerdem auch der Tag der Beerdigungen, während in den unterversorgten Kliniken die Ärzte noch um die Leben vieler Patienten mit Schussverletzungen kämpfen. Es ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen wird.

In den israelischen Medien wird überwiegend die radikal-islamische Hamas für die Eskalation der Gewalt an der Gazagrenze verantwortlich gemacht. Die Hamas habe an der Spitze einer massiven Attacke gestanden, bilanzierte die israelische Armee. Ihren Angaben zufolge gab es während der Proteste zahlreiche Versuche, den Grenzzaun zu überwinden oder zu beschädigen.

Ausschreitungen am Nakba-Tag der Palästinenser befürchtet
tagesschau 12:00 Uhr, 15.05.2018, Markus Rosch, ARD Tel-Aviv

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Massive Vorwürfe gegen Hamas

Die Hamas sei eine mörderische Terrororganisation, die ihr eigenes Volk für politische Zwecke opfere, erklärte Israels Justizministerin Ayelet Shaked von der Rechtsaußen-Partei Jüdisches Heim. "Es ist eine organisierte Terrorgruppe, die gut finanziert wird. Sie haben versucht, den Grenzzaun zu durchbrechen, Soldaten zu entführen und Sprengsätze zu verstecken, aber die Armee konnte all diese Sachen gut unter Kontrolle bringen. Ich hoffe sehr, dass sie unsere resolute und entschiedene Botschaft von gestern verstanden haben und dass die Dinge heute nicht außer Kontrolle geraten werden", so Shaked.

Die Ankündigug der palästinensischen Führung in Ramallah, Israel vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen, sieht Justizministerin Shaked nach eigenen Angaben gelassen. Die israelischen Soldaten hätten sich nicht rechtswidrig verhalten, betonte die Ministerin. Israel steht international in der Kritik und muss sich Fragen nach der Verhältnismäßigkeit seines Vorgehens stellen lassen. Die Türkei und Südafrika zogen ihre Botschafter aus Israel ab. Die Regierung in Jerusalem und mehrheitlich auch die Bevölkerung sehen in den Schüssen an der Gazagrenze allerdings einen Akt der Selbstverteidigung.

Männer tragen einen Mann auf einer Bahre | Bildquelle: AFP
galerie

Nach den Massenprotesten im Gazastreifen: 59 Tote und fast 2800 Verletzte.

Justizministerin Shaked sprach auch eine Empfehlung zum Umgang Israels mit der Hamas aus: "Wenn wir wollen, dass diese Terrororganisation nicht mehr im Gazastreifen regieren wird, haben wir keine andere Wahl, als [den Streifen] zu erobern. Ich sage nicht, dass wir das heute tun müssen."

Von der Hamas kommen unterdessen unterschiedliche Signale. Medienberichten zufolge hat die Bewegung, die den Gazastreifen kontrolliert, die Bevölkerung nicht zu weiteren Protesten an der Grenze mit Israel aufgerufen. Der örtliche Vize-Chef der Hamas sprach dagegen von einer Fortsetzung der Aktionen bis Anfang nächsten Monats, ohne aber konkreter zu werden.

Sicherheitsbehörden befürchten weitere Eskalation

Israels Sicherheitsbehörden fürchten am sogenannten Nakba-Tag eine weitere Eskalation der Gewalt, wenn die Palästinenser der Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Landsleuten im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 gedenken. Ein Schwerpunkt könnte erneut die Gazagrenze sein. Israels Minister für Innere Sicherheit, Gilad Erdan, erklärte:"Wir bereiten uns auf einen Rekordtag der Proteste vor und rechnen mit Konfrontationen, die die Hamas am Grenzzaun provozieren wird. Wir wussten von Anfang an, dass die Hamas den Schaden und ihre terroristischen Aktionen zum Nakba-Tag hin maximieren wollte."

Abbas: "Einer der blutigsten Tage"

Palästinenserpräsident Mahmut Abbas rief unterdessen einen Generalstreik in den palästinensischen Gebieten sowie drei Tage der Trauer aus. Er verurteilte das israelische Vorgehen scharf: "Die Massaker an unserem Volk wurden fortgesetzt - im Gazastreifen und im Westjordanland. Das ist einer der blutigsten Tage in der Geschichte unseres Volkes. Es sind schon jetzt mehr als 50 Märtyrer zu beklagen und die Zahl wird weiter steigen." Das zeige, wie Israel mit den Palästinensern umgehe, sagte Abbas.

Nach der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem werden die palästinensischen Proteste nun also am Nakba-Tag fortgesetzt - auch im besetzten Westjordanland und im arabischen Ostjerusalem.

Palästinensischer Nakba-Tag im Zeichen der Gewalt
Tim Aßmann, ARD Tel Aviv
15.05.2018 12:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Mai 2018 um 12:00 Uhr.

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