Prinz Henrik von Dänemark  | Bildquelle: dpa

Trauer um Henrik von Dänemark Der unglückliche Prinzgemahl

Stand: 14.02.2018 08:44 Uhr

Prinz Henrik von Dänemark ist tot. Für Königin Margrethe gab er seine Diplomatenkarriere auf - und führte an ihrer Seite ein nicht immer glückliches Leben.

Nachruf von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Es war die royale Romanze des Jahres 1967. In jenem Sommer heiratete die dänische Kronprinzessin Margrethe den französischen Adeligen Henri Graf de Laborde de Monpezat. Die beiden hatten sich in London kennengelernt. Er arbeitete dort als Diplomat in der französischen Botschaft. Ein hoch gebildeter und gut aussehender junger Mann, dem die Welt offen stand, und der sich der Liebe wegen dann doch für Dänemark entschied und für ein Leben im Schatten seiner Frau.

Margrethe II.
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Die Hochzeit mit Prinzessin Margrethe von Dänemark fand am 10. Juni 1967 statt. Henri Graf de Laborde de Monpezat trat vom katholischen Glauben zur lutherischen Kirche Dänemarks über und hieß nach der Vermählung Prinz Henrik von Dänemark.

Damit hat er zeitlebens gehadert. Mit der Tatsache, dass ihm der Königstitel versagt blieb. 2016 gab es einen Eklat, als er den Titel "Prinzgemahl" ablegte und sich in den royalen Ruhestand verabschiedete. Im vergangenen Jahr, kurz nach der Goldenen Hochzeit, machte er wieder Schlagzeilen. Einer Reporterin klagte er ganz offen sein "Leid":

"Meine Frau gibt mir nicht den Respekt, den eine normale Ehefrau ihrem Ehemann geben sollte. Sie macht mich zum Narren."

Sein Sohn Fredrik kritisierte öffentlich seinen Erziehungsstil

Der Palast schwieg zunächst, ging dann aber in ungewohnter Offenheit an die Öffentlichkeit und sprach über Henriks Demenz, bat um Rücksicht und um Verständnis dafür, dass er sich nun völlig aus dem öffentlichen Leben zurückziehen werde. Damit stieß Königin Margrethe auf viel Verständnis. "Jetzt sieht man Henriks Verhalten im anderen Licht", sagte ein Mann aus Kopenhagen. "Jeder dritte Däne über 80 ist ja dement, das ist also ganz normal. Und auch wenn er ein Prinz ist, ist er am Ende nur ein Mensch wie wir alle."

Mit guten und nicht ganz so guten Seiten. Sein Sohn, Kronprinz Fredrik, hat einmal gar nicht so sehr durch die Blume Henriks Erziehungsstil kritisiert: "Papa", sagte er, "es heißt, wen man liebt, den züchtigt man. Wir haben nie an deiner Liebe gezweifelt."

Margrethe II.
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Gruppenfoto der dänischen Königsfamilie im Sommerurlaub 2011 auf Schloss Grasten in Dänemark.

Die Königin auf der anderen Seite lobte ihren Mann vor allem in seiner Rolle als Opa: "Dich als Großvater zu sehen, zeichnet dich aus. Grand Papa, rufen die Enkel und stürzen Dir entgegen. Das waren die ersten Worte, die sie sagen konnten und Du bist jedes Mal glücklich und stolz, wenn Du sie hörst. Du nimmst sie auf lustige Erlebnisse mit und machst ihnen Pfannkuchen im Kamin in Deinem Arbeitszimmer."

Margrethes Neujahrsansprache: "Das Leben geht auf und ab"

Erinnerungen an glücklichere Tage. Ganz anders dann Margrethes Neujahransprache Ende 2017:

"In vielerlei Hinsicht war dies kein einfaches Jahr für mich und meine Familie. Es hat uns sehr berührt, dass man Prinz Henrik mit so viel Sympathie begegnet ist. Das hat den Alltag für uns alle leichter gemacht. Das Leben geht auf und ab und das Wichtigste ist, dass wir Menschen haben, die uns nahe stehen."

Das gilt sicher auch heute an Henriks Todestag. Ihre beiden Söhne, deren Familien und viele Dänen trauern mit ihr um einen Mann, der sicher ein privilegiertes und erfülltes Leben hatte, der aber als unglücklicher "Prinzgemahl" auch nicht nur zu beneiden war.

Der unglückliche Prinzgemahl: Nachruf auf Henrik von Dänemark
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
14.02.2018 08:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 14. Februar 2018 die tagesschau um 04:57 Uhr und NDR Info um 08:38 Uhr.

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