Anthony Bourdain  | Bildquelle: picture alliance / empics

US-amerikanischer Küchenchef Starkoch Anthony Bourdain ist tot

Stand: 08.06.2018 20:00 Uhr

Er stand für eine fantasievolle Küche mit Einflüssen aus aller Welt - und konnte Leser begeistern. Nun ist der US-amerikanische Starkoch und Bestsellerautor Anthony Bourdain gestorben.

Anthony Bourdain, der US-amerikanische Starkoch und Bestsellerautor, lebt nicht mehr. Der US-Sender CNN, für den er mehrere Reportagen gedreht hatte, bestätigte seinen Tod: "Es ist ein herzzerreißender Verlust für uns alle. Anthony war in Frankreich, er drehte dort neue Folgen seiner Fernsehserie 'Parts unknown'."

Obama und Bourdain in einem Restaurant in Hanoi | Bildquelle: picture alliance / AP Photo
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Anlässlich einer Vietnam-Reise begegnete Anthony Bourdain auch dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.

"Einzigartiger Geschichtenerzähler"

In einer Mitteilung schrieb CNN: "Seine Liebe zu großen Abenteuern, neuen Freunden, gutem Essen und Trinken und den bemerkenswerten Geschichten der Welt machten ihn zu einem einzigartigen Geschichtenerzähler."

Als gebürtiger New Yorker war Bourdain im benachbarten Bundesstaat New Jersey aufgewachsen und absolvierte schließlich das namhafte "Culinary Institute of America", arbeitete als Koch und Chefkoch in Manhattan, schließlich als Restaurantkritiker.

Der leidenschaftliche Koch schrieb über seine kulinarischen Reisen Bücher. In "Ein Küchenchef reist um die Welt" beschrieb er etwa Begegnungen mit Köchen, Markthändlern und Fischern, von denen er sich gern inspirieren ließ.

Für Aufsehen sorgte Bourdain mit seinem Buch "Geständnisse eines Küchenchefs: Was Sie über Restaurants nie wissen wollten".

Schonungsloser Berichterstatter

Die "New York Times" nannte ihn einen Held für viele Branchenkenner - schließlich habe er auch offen über die harten Arbeitsbedingungen in Restaurantküchen berichtet, über lange Arbeitszeiten und eine aggressive Hierarchie, über Drogen- und Alkohol. Er sparte dabei auch seinen eigenen Kokainkonsum in den 1980-Jahren nicht aus.

Mehrfach wurde er gefragt: "Was würde sich ein Anthony Bourdain als letzte Mahlzeit wünschen?" In seiner Antwort hört den Kenner - auch wenn diese Frage heute fast schon beklemmend wirkt:

"Ich würde ausgehen - nur ein Sushi, aber Spitzenqualität: Thunfischbauch, ein Toro also. Dazu perfekter, noch warmer bröckeliger Reis, ein kleines bisschen frisches Wasabi - all das von einem Meister gemacht. Das wäre keine schlechte Wahl."

Nach Angaben von CNN wurde Bourdain in seinem Hotelzimmer in Straßburg. Demnach beging er Suizid.

Anthony Bourdain wurde 61 Jahre alt, hinterlässt eine Ex-Frau und eine gemeinsame Tochter.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Anmerkung zur Berichterstattung über Selbsttötungen

Üblicherweise berichtet tagesschau.de nicht über Suizide. Wir orientieren uns dabei am Pressekodex: Demnach gebietet die Berichterstattung über Suizide Zurückhaltung: "Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Eine Ausnahme ist beispielsweise dann zu rechtfertigen, wenn es sich um einen Vorfall der Zeitgeschichte von öffentlichem Interesse handelt."

Ein weiterer Grund für unsere Zurückhaltung ist die erhöhte Nachahmerquote nach Berichterstattung über Selbsttötungen.

Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der anonymen Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner.

Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 www.telefonseelsorge.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Juni 2018 um 15:20 Uhr.

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