Polizisten schießen in Yangon (Myanmar) mit Tränengas auf Protestierende. | AFP

Anhaltende Proteste im Myanmar Hartes Vorgehen gegen Demonstranten

Stand: 02.03.2021 11:25 Uhr

Der Junta in Myanmar gelingt es nicht, die Proteste gegen ihren Putsch zu unterdrücken. Erneut sind an vielen Orten Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei setzte Blendgranaten, Wasserwerfer und scharfe Munition ein.

In Myanmar reißen die Proteste gegen die Militärjunta nicht ab. Sicherheitskräfte gingen in verschiedenen Landesteilen erneut mit Gewalt gegen Demonstranten vor, wie Augenzeugen in sozialen Netzwerken und lokale Medien berichteten. Unter anderem habe die Polizei Tränengas, Blendgranaten, Wasserwerfer und Gummigeschosse eingesetzt, hieß es. In der Stadt Kalay im Norden soll die Polizei auch mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen und vier Menschen verletzt haben.

Demonstranten lassen sich nicht einschüchtern

Kundgebungen gab es zudem erneut in der größten Stadt Yangon (Rangun) und in der nördlichen Stadt Mandalay. "Egal wie hart sie gegen uns vorgehen, wir werden kämpfen. Wir werden einen Weg finden, wieder auf die Straße zu gehen", sagte ein Teilnehmer dem Portal "Frontier Myanmar". Dies sei der einzige Weg um zu zeigen, dass die Menschen keine Diktatur mehr wollten.

Putsch vor einem Monat

Anfang Februar hatte das Militär im früheren Birma gegen Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen. Sie sitzt im Hausarrest und muss sich wegen verschiedener Vorwürfe vor Gericht verantworten.

Seit dem Umsturz gibt es immer wieder Massenproteste. Am Sonntag waren bei landesweiten Protesten mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden, wie die Vereinten Nationen mitteilten. Die Außenminister der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (ASEAN) wollen heute bei einem Online-Sondertreffen über die Krise beraten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. März 2021 um 10:00 Uhr.