Ein Paar mit Mundschutz am Flughafen Heathrow | AFP

Mutation in Brasilien Großbritannien verhängt Einreiseverbote

Stand: 14.01.2021 19:04 Uhr

Wegen einer neuen Coronavirus-Mutation hat Großbritannien den Reiseverkehr aus Südamerika und Portugal gestoppt. Die Variante war in Japan bei aus Brasilien Eingereisten entdeckt worden.

Die britische Regierung verhängt wegen einer zuerst in Brasilien nachgewiesenen Coronavirus-Mutation ein Einreiseverbot für Ankömmlinge aus Südamerika und Portugal. Das teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps mit. Betroffen seien neben Brasilien selbst unter anderem Argentinien, Peru, Panama und Venezuela. Aus Portugal würden die Einreisen angesichts der engen Verbindungen des Landes zu Brasilien untersagt.

Die neue Regelung soll bereits am frühen Freitagmorgen in Kraft treten. Ausgenommen seien britische Staatsangehörige, irische Staatsbürger und Menschen mit Aufenthaltsrecht in Großbritannien.

Immunität beeinträchtigt?

Premierminister Boris Johnson hatte sich am Mittwoch in einem Parlamentsausschuss besorgt über die neue Virusvariante gezeigt. Diese soll Ähnlichkeiten zu der in Südafrika auftretenden Mutation haben. Beide sollen sich sehr rasch in Gegenden ausbreiten, die von der bisher vorherrschenden Variante bereits stark betroffen waren. Experten wollen nun untersuchen, ob die Immunität von Menschen, die bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, durch die neuen Varianten beeinträchtigt wird.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut - Mutationen - auf. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile, etwa indem sie ihn leichter übertragbar machen. Im Dezember wurde eine Variante des Coronavirus in Großbritannien nachgewiesen, die Analysen zufolge ansteckender sein könnte als die bisher kursierenden.

Neue Variante in Japan entdeckt

Fälle der neuen Mutation aus Südamerika waren am Sonntag von Japan öffentlich gemacht worden. Die Variante wurde demnach bei zwei Erwachsenen und zwei Kindern nachgewiesen, die am 2. Januar aus Brasilien eingereist waren. Einer von ihnen, ein um die 40 Jahre alter Mann, sei wegen Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Eine Frau und ein Junge hätten milde Symptome entwickelt, ein Mädchen sei beschwerdefrei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Montag mit, sie sei von Japan über die neue Variante informiert worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Januar 2021 um 21:00 Uhr.