Tesla-Chef Elon Musk | Bildquelle: AFP

Urteil in Los Angeles Freispruch für Tesla-Chef Musk

Stand: 07.12.2019 08:29 Uhr

Weil er einen Höhlentaucher als "Pädo-Typ" bezeichnet hatte, musste sich Tesla-Chef Musk vor Gericht verantworten. Dort wurde entschieden, dass es sich nicht um eine Verleumdung gehandelt habe.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Tesla-Chef Elon Musk ist von einem Gericht in Los Angeles vom Vorwurf der Verleumdung freigesprochen worden. Hintergrund ist ein Schlagabtausch auf Twitter, den sich Elon Musk und ein britischer Höhlentaucher 2018 geliefert hatten.

Musk wollte ein U-Boot von seiner Weltraumfirma SpaceX bauen lassen, um eine in einer Höhle in Thailand eingeschlossene Jugendfußballmannschaft zu retten.

Schlagabtausch auf Twitter

Vernon Unsworth, einer der Rettungstaucher, bezeichnete dies als "PR-Trick" und forderte Musk zudem auf, sich das U-Boot dorthin zu stecken, "wo es weh tut". Der Tesla-Chef setzte daraufhin eine Reihe von Twitter-Botschaften ab, darunter der Tweet zu dem "Pädo-Typ".

Eine Verleumdung sei dies, fand der Höhlentaucher und klagte gegen Musk, nachdem die Jugendlichen samt Trainer aus der thailändischen Höhle befreit werden konnten. Unsworths Anwalt forderte 190 Millionen Dollar Schadenersatz, weil sein Klient öffentlich gedemütigt wurde.

Vernon Unsworth | Bildquelle: AP
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Rettungstaucher Unsworth nannte das Angebot von Musk einen "PR-Trick".

Tesla-Chef Musk rechtfertigte seine Äußerung als "allgemeine Beleidigung". Er habe den Taucher nicht wirklich als pädophil, sondern nur als "widerlichen Kerl" bezeichnen wollen. In seiner Heimat Südafrika, so Musk, sei dies eine allgemein gebräuchliche Beleidigung.

Allerdings hatte Musk auch einen Privatdetektiv angeheuert, der dem in Thailand lebenden Taucher ein sexuelles Fehlverhalten nachweisen sollte. Der Detektiv stellte sich als Betrüger heraus. "Ein großer Fehler" sei dies gewesen, räumte Musk vor Gericht ein. Vor Gericht entschuldigte sich Musk außerdem noch einmal für die Wortwahl.

Musk musste während des Prozesses auch Details über sein Vermögen bekannt geben, das auf rund 20 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. "Die Leute denken, ich hätte viel Geld. Das habe ich aber gar nicht", sagte Musk. "Ich besitze Aktienanteile von SpaceX und Tesla, und Geldschulden, die dagegen halten."

Musk erleichtert - zunächst

Nach nur vier Tagen entschied die Jury nun zugunsten von Musk. Dieser umarmte seinen Anwalt bei der Urteilsverkündung und sagte anschließend vor Journalisten: "Mein Glaube an die Menschheit ist wieder hergestellt."

In den USA ist der Fall einer der ersten großen Verleumdungprozesse, die von einer Privatperson wegen eines Tweets geführt wurden. Allerdings scheint der Rechtsstreit nicht endgültig abgeschlossen, denn Unsworth will sich vorbehalten, auch in Thailand gegen Musk zu klagen.

Keine Verleumdung: Freispruch für Elon Musk
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
07.12.2019 07:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 07. Dezember 2019 um 04:24 Uhr und 09:34 Uhr.

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