Strassen in Mumbai nach heftigen Regenfällen überflutet. | Bildquelle: AP

Monsun in Mumbai Wasserwarnung auf Google Maps

Stand: 04.07.2019 12:32 Uhr

Heftige Monsun-Regenfälle haben in der indischen Finanzmetropole Mumbai den Verkehr nahezu zum Erliegen gebracht. Zur Orientierung in den überfluteten Straßen bietet Google Maps eine neue Funktion an.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Wenige Tage nach Beginn des heftigen Monsun-Regens im Südwesten Indiens, der ganze Stadtteile in der Millionen-Metropole Mumbai überflutet hat, hat Google Maps neue Warnhinweise freigeschaltet. Auf den Routen-Vorschlägen werden Straßenzüge, die unter Wasser stehen, mit roten Wellen markiert. Außerdem schlägt die in Indien weit verbreitete Karten-App Alternativ-Routen vor.

In zahlreichen Stadtteilen der Finanz-Metropole des Landes ist der Verkehr weitgehend zum Erliegen gekommen. Nur einige verwegene Autofahrer fahren noch durch die Straßen, die meterhoch unter Wasser stehen und deren Begrenzungen deswegen kaum zu sehen sind. Einer von ihnen fordert von der Stadtverwaltung, sich zu kümmern.

"Die sind doch verantwortlich dafür, die Kanalisation frei zu halten. Die armen Leute sterben, weil die nichts tun. Und wenn hier ein Kanaldeckel irgendwo fehlt und jemand hinein fällt und runter gezogen wird, wer ist dann verantwortlich?"

Screenshot: Google Maps mit Symbol für Überschwemmungen | Bildquelle: screenshot/google maps
galerie

Google Maps markiert die Überschwemmungen und schlägt Alternativrouten vor.

Zugverbindungen wegen Überschwemmung eingestellt

Sogar Zugverbindungen wurden eingestellt, weil Wasser auf den Gleisen steht. Am Bahnhof von Mumbai sorgt das für Verärgerung bei den Fahrgästen:

"Seit heute Früh um 6.50 Uhr warten wir schon. Es kommt kein Zug und es gibt auch keine Ansagen. Alles ist überschwemmt. Sogar der Express-Zug hier am Gleis gegenüber kann nicht losfahren."

Seit Tagen regnet es in Mumbai fast ununterbrochen. Am Dienstag ist ein Damm gebrochen, das Wasser hat ein knappes Dutzend Häuser weggerissen.

Überschwemmung in Indien (Bilder vom 2. Juli)
04.07.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Stärkste Regenfälle seit mehr als zehn Jahren

Der Monsun ist in diesem Jahr besonders stark. Nach Angaben der Wetterbehörde erlebte die Region am Montag und Dienstag die stärksten Regenfälle seit mehr als zehn Jahren. Ashwini Madhukar, von der Verwaltungsbehörde der westlichen Stadtteile Mumbais zufolge fielen vom 1. auf den 2. Juli im Bereich des Stadtteils Kolaba 571 Millimeter Regen pro Quadratmeter, in Santacruz waren es sogar 982.

"Das entspricht etwa 60 Prozent des Regens, der im ganzen Juni gefallen ist. An 53 Stellen sind die Straßen überflutet, wir haben schon Tausende Anrufe in unserem CallCenter erhalten. Und allein beim Einsturz einer Mauer im Stadtteil Malad sind 21 Menschen ums Leben gekommen."

Die Wassermassen brachten eine Mauer in Ost-Mumbai zum Einsturz. | Bildquelle: DIVYAKANT SOLANKI/EPA-EFE/REX
galerie

Beim Einsturz einer Mauer in Ost-Mumbai wurden nach Behörden-Angaben mindestens 21 Menschen getötet.

Alljährlicher Monsun führt immer wieder zu Chaos

Unterhalb der eingestürzten Mauer, die auf einem Berg stand, wurden Dutzende Wellblechhütten weggerissen. Ein Augenzeuge beschrieb das Unglück einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters:

"Als der Abwasserkanal dort oben übergelaufen ist, drückte das Wasser auf die Mauer und hat sie zum Einsturz gebracht. Ich komme gerade aus dem Krankenhaus. Ich glaube, es sind viele Leute ums Leben gekommen, auch Frauen und Kinder."

Der alljährliche Monsun führt in Mumbai immer wieder zu Verkehrschaos und zahlreichen Toten. Regen und Hochwasser unterspülen die Fundamente schlecht gebauter Häuser und Mauern und sorgen für deren Einsturz.

In den nächsten Tagen wandert der Monsun weiter nach Norden. Spätestens am Wochenende werden auch in Delhi Regenfälle erwartet.


Schwere Überschwemmungen in Mumbai
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
04.07.2019 11:47 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Juli 2019 um 12:28 Uhr.

Darstellung: