Zaki-ur-Rehman Lakhvi (Mitte, Archivbild) | null

Terrorattacke in Mumbai 2008 Festnahme nach zwölf Jahren

Stand: 02.01.2021 18:35 Uhr

Im November 2008 erschütterten Terroranschläge die indische Metropole Mumbai. Vermutlich wurde die Attacke von einer pakistanischen Terrorgruppe organisiert. Dort wurde nun einer der mutmaßlichen Drahtzieher festgenommen.

Zwölf Jahre nach den Terroranschlägen in Mumbai ist in Pakistan einer der mutmaßlichen Drahtzieher festgenommen worden. Zakiur Rehman Lakhvi sei in Lahore in Gewahrsam genommen worden, bestätigte ein Sprecher der Anti-Terror-Abteilung der Polizei. Ihm werde vorgeworfen, eine Apotheke betrieben und das dort eingenommene Geld zur Terrorismusfinanzierung verwendet zu haben.

175 Tote bei Anschlägen in Mumbai

Lakhvi gilt als einer der Anführer der verbotenen Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT), die für die Anschlagsserie im indischen Mumbai im November 2008 verantwortlich gewesen sein soll. Damals wurden 175 Menschen getötet, darunter 26 Ausländer und neun der Terroristen. Auch von den Vereinten Nationen wurde Lakhvi als Terrorist eingestuft und nach den Anschlägen festgenommen. Aus Mangel an Beweisen kam er wieder auf freien Fuß.

Im Februar 2020 verurteilte ein Gericht LeT-Gründer Hafiz Saeed wegen Terrorismusfinanzierung zu elf Jahren Haft. LeT soll eine von mehreren dschihadistischen Gruppen sein, die gegen indische Truppen in der umstrittenen Region Kaschmir kämpfen. Indien und Pakistan beanspruchen beide Kaschmir für sich und kontrollieren jeweils einen Teil. Indien wirft Pakistan vor, islamistische Kämpfer im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Islamabad bestreitet das.

Vorwürfe gegen pakistanischen Geheimdienst

Allerdings gibt es immer wieder Vorwürfe, die Terrorgruppe werde von Teilen des pakistanischen Geheimdienstes unterstützt. Pakistan steht seit einigen Jahren auf der sogenannten grauen Beobachtungsliste der Financial Action Task Force (FATF). Die internationale Organisation gegen Geldwäsche überprüft Länder, die nicht genug gegen Terrorismusfinanzierung unternehmen.

Bis Februar will die FATF mit Sitz in Paris darüber entscheiden, ob Pakistan inzwischen ausreichend Gegenmaßnahmen ergriffen hat. Andernfalls droht die Aufnahme in die sogenannte schwarze Liste, was Pakistan die Kreditaufnahme auf den internationalen Finanzmärkten deutlich erschweren würde.

Mit Informationen von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu Dehli.

Über dieses Thema berichteten Deutschlandfunk Kultur am 26. November 2018 um 07:40 Uhr und Deutschlandfunk am 28. November 2018 in den "Informationen am Morgen" ab 05:05 Uhr.