Paul Manafort | Bildquelle: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX/Shutterst

Russland-Affäre Manafort gab Wahlkampfdaten weiter

Stand: 08.03.2019 07:36 Uhr

Trumps Ex-Wahlkampfleiter Manafort hat offenbar zugegeben, Daten zur Wahl 2016 weitergegeben zu haben - ausgerechnet an einen Mann, dem Verbindungen zu russischen Geheimdiensten vorgeworfen werden.

Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort hat Medienberichten zufolge während des US-Wahlkampfes 2016 Wahlkampfdaten an einen Geschäftspartner russischer Geheimdienste weitergegeben. Dies belegen laut Berichten verschiedener US-Medien Gerichtsakten, die Manaforts Anwälte am Dienstag veröffentlichten.

US-Sonderermittler Robert Mueller bezichtigt Manafort und andere Wahlkampfhelfer des heutigen Präsidenten Trump, geheime Absprachen mit russischen Vertretern getroffen und darüber gelogen zu haben. Laut "New York Times" stammten die weitergegebenen Umfragedaten teilweise von einer privaten Firma, die für Trumps Wahlkampfteam arbeitete.

US-Sonderermittler Robert Mueller | Bildquelle: REUTERS
galerie

US-Sonderermittler Robert Mueller untersucht die Verbindungen Trumps zur russischen Regierung im Wahlkampf 2016.

Akten unzureichend geschwärzt

Bei den zugänglich gemachten Gerichtsdokumenten handelte es sich um eine Antwort auf den Vorwurf, Manafort habe US-Ermittler auch noch belogen, nachdem er sich zu einer Zusammenarbeit mit ihnen bereit erklärt hatte. Die Akten waren den Medienangaben zufolge unzureichend geschwärzt.

So sei lesbar gewesen, dass Manafort Daten an seinen Vertrauten Konstantin Kilimnik weitergegeben habe. Kilimnik soll Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben. Aus der Antwort der Anwälte geht laut dem Sender CNN auch hervor, dass Manafort mit Kilimnik über einen Friedensplan für die Ukraine diskutierte. Kilimnik bestreitet Verbindungen zu russischen Geheimdiensten.

Klage über Haftumstände

In dem bei Gericht eingereichten Dokument weist Manafort den Vorwurf zurück, über den Kontakt mit Kilimnik gelogen zu haben. Er habe während der hektischen Wahlkampfzeit lediglich Details vergessen. Die Verteidiger beklagten sich auch über die Ermittlungen. Ihr Mandant sei an Verhörtagen schon vor Morgengrauen geweckt worden und habe dann normalerweise den ganzen Tag mit Ermittlern gesprochen.

Die Umstände seiner Haft hätten sich schwer auf Manaforts Gemütszustand und sein Erinnerungsvermögen während der Befragungen ausgewirkt. Er leide an Depressionen und Angstzuständen und sei wegen Gicht zeitweise auf den Rollstuhl angewiesen.

Verurteilt wegen mehrfachen Finanzbetrugs

Im September war Manafort des mehrfachen Finanzbetrugs für schuldig befunden worden. Er bekannte sich schuldig und erklärte sich dazu bereit, mit Muellers Team zu kooperieren. Der Sonderermittler prüft mögliche Geheimabsprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland vor der Wahl 2016.

Manafort war von März bis August 2016 Mitglied in Trumps Wahlkampfteam, davon drei Monate lang als dessen Leiter. In dem Prozess ging es allerdings nicht um seine Tätigkeit für die Kampagne des US-Präsidenten, sondern um seine Arbeit als Berater in der Ukraine. Manafort sitzt derzeit in Haft und wartet auf den Urteilsspruch. Ihm droht eine lange Gefängnisstrafe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Januar 2019 um 03:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: