Arbeitsminister Heil und Entwicklungsminister Müller in Äthiopien | imago images 95334210

Müller und Heil in Addis Abeba Ausbeutung an der Wurzel bekämpfen

Stand: 02.12.2019 17:34 Uhr

Hungerlöhne und schlechte Arbeitsbedingungen: Entwicklungsminister Müller und Arbeitsminister Heil haben sich in Äthiopien eine Fabrik angeschaut. Von der Ausbeutung profitieren auch deutsche Firmen, deshalb soll nun der Druck auf sie erhöht werden.

Von Markus Sambale, ARD-Studio Addis Abeba

Wie Menschen ausgebeutet werden, wenn sie T-Shirts oder Kaffee für den deutschen Markt herstellen - davon haben sich die beiden Minister selbst ein Bild gemacht. In Äthiopien, wo so billig produziert wird wie nirgendwo sonst auf der Welt: Rund ein Dollar pro Tag beträgt zum Beispiel der Durchschnittslohn in der Textilbranche.

Markus Sambale ARD-Hauptstadtstudio

Müller: Faire Lieferketten

Schon lange will Entwicklungsminister Gerd Müller deutschen Firmen die Verantwortung auch für die ersten Produktionsschritte in fernen Ländern geben: "Faire Lieferketten müssen Standard werden, denn über fairen Handel schaffen wir auch in den Entwicklungsländern die größten wirtschaftlichen Sprünge, Arbeitsplätze zu schaffen, Jobs zu schaffen".

Freiwillige Verpflichtungen funktionieren bisher aber kaum. Deshalb treibt Müller das sogenannte Lieferkettengesetz voran - gegen Proteste aus der Wirtschaft.

Arbeitsminister Heil und Entwicklungsminister Müller in Äthiopien | imago images 95334390

Arbeitsminister Heil und Entwicklungsminister Müller besuchten in Äthiopien auch das Flüchtlingslager Nguenyyiel. Sie wollen deutsche Unternehmen in die Pflicht nehmen, die von ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen im Ausland profitieren. Bild: imago images 95334390

Lieferkettengesetz rückt näher

Unterstützung bekommt Müller von Arbeitsminister Hubertus Heil, der sich beim Besuch einer Textilfabrik in Äthiopien äußerte: "An Verantwortung auch der deutschen Wirtschaft wird am Ende nichts vorbei gehen." Es gebe schon Sorgfaltspflichten. Das würde jetzt überprüft, sagte Heil. "Wir sagen aber deutlich, wenn die Ergebnisse des Monitorings nicht befriedigend sind, dann werden wir gemeinsam Eckpunkte vorlegen für eine gesetzliche Verpflichtung deutscher Unternehmen, auf Menschenrechte in Lieferketten zu achten."

In der kommenden Woche endet die Umfrage, in der sich deutsche Unternehmen freiwillig zu Menschenrechten und Umweltschutz in ihren Lieferketten äußern sollen. Die Beteiligung ist äußerst schlecht. Das Lieferkettengesetz, das die Firmen für Verstöße haftbar machen soll, rückt damit näher.  

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 02. Dezember 2019 um 17:38 Uhr.

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KOMMENTARE

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Boris.1945 02.12.2019 • 22:24 Uhr

20:21 von Superschlau

Egal. Das geld setzt sich durch. Verbesserungen MÜSSEN von unten kommen.war immer so. Franz. Revolution? Bekannt? /// * * Muss das sein. * Versucht doch erst dem Pisa-Jobber zu erklären, das er für eine Banane den Betrag zu zahlen hat, den er bei seinen 16 Wochenstunden bei der Selbstproduktion erzeugen würde. * Die können dann doch Ausbeutung eventuell selbst errechnen?