Russland-Sonderermittler Robert Mueller. | Bildquelle: AP

Russland-Sonderermittler Mueller verschiebt Aussage vor US-Kongress

Stand: 13.07.2019 04:34 Uhr

Eigentlich sollte Russland-Sonderermittler Mueller in der kommenden Woche vor dem US-Kongress aussagen. Doch nun wurde der mit Spannung erwartete Auftritt um eine Woche verschoben. Der Grund: Mueller wollte mehr Redezeit.

Der Sonderermittler in der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump, Robert Mueller, hat seinen mit Spannung erwarteten Auftritt vor den Abgeordneten des US-Kongresses um eine Woche verschoben. Statt am 17. werde Mueller nun am 24. Juli in öffentlichen Sitzungen des Justiz- und des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses aussagen, teilten die demokratischen Vorsitzenden beider Gremien mit.

Mueller selbst habe die Verschiebung beantragt, um am neuen Termin mehr Redezeit zu erhalten, erklärten die Vorsitzenden Jerry Nadler und Adam Schiff. Mueller hatte fast zwei Jahre lang untersucht, ob das Wahlkampflager Trumps geheime Absprachen mit russischen Regierungsvertretern zur mutmaßlichen Einmischung Moskaus in den US-Wahlkampf 2016 traf und ob Trump die Justizermittlungen behinderte.

Demokraten hoffen auf Munition

Ende März hatte Mueller seine Arbeit abgeschlossen und Justizminister William Barr einen vertraulichen Bericht übergeben. Barr legte zunächst eine vierseitige Zusammenfassung dazu vor. Erst Mitte April machte er eine in Teilen geschwärzte Version des kompletten Berichts publik. Mueller und sein Team waren bei den Ermittlungen auf zahlreiche Kontakte zwischen Trumps Wahlkampflager und Vertretern Russlands gestoßen. Beweise für eine Straftat fanden sie aber nicht. Zur Frage, ob Trump die Justiz behindert habe, traf Mueller keine Festlegung, sondern legte Indizien dafür und dagegen vor.

Die Demokraten wollten den 74 Jahre alten Ex-FBI-Chef bereits seit längerem dazu bringen, vor dem Kongress auszusagen. Muellers Einwilligung erfolgte aber erst, nachdem beide Ausschüsse sogenannte Subpoenas ausgestellt hatten - mit denen sie den Sonderermittler unter Strafandrohung zu einer Aussage bringen können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2019 um 108:00 Uhr.

Darstellung: