Mitten im Moskauer Silvesterverkehr ist ein Linienbus in eine Fußgängerunterführung gefahren und hat mehrere Menschen tödlich verletzt. | Bildquelle: dpa

Tote und Verletzte in Moskau Bus fährt in Fußgängerunterführung

Stand: 25.12.2017 21:44 Uhr

War es ein technischer Defekt oder der Fehler des Busfahrers? Der Zwischenfall in Moskau, bei dem ein Bus mehrere Passanten auf der Treppe einer Fußgängerunterführung überfahren hat, wirft viele Fragen auf. Einen Anschlag schlossen die Behörden allerdings schon früh aus.

Von Markus Sambale, ARD-Studio Moskau

Es ist das verstörende Video einer Überwachungskamera, das in russischen Medien gezeigt wird: Ein Linienbus ist zu sehen, der offenbar an einer Bushaltestelle angehalten hat, dann unvermittelt beschleunigt. Der Bus fährt über den Gehweg, auf eine Fußgängerunterführung zu, rollt einen Teil der Treppen hinab, überfährt mehrere Passanten - und bleibt mit dem Dach in der Unterführung stecken. Laut Stadtverwaltung sind vier Menschen auf der Stelle tot, elf Menschen werden verletzt.

Es sei kein Anschlag gewesen, heißt es schon kurz darauf von der Polizei. Als Ursache komme nur ein technischer Defekt in Frage - oder ein Fehler des Busfahrers. Der Fahrer soll in einer ersten Befragung gesagt haben, der Bus habe sich von selbst in Bewegung gesetzt und sei dann nicht mehr zu stoppen gewesen. Die Bremsen hätten versagt.

Busunglück in Moskau
tagesschau24 19:00 Uhr, 25.12.2017

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Bus erst seit einem Jahr in Betrieb

Auch Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin, der den Ort des Zwischenfalls besuchte, sprach von einem Unfall: "Wir versuchen, die Ursachen zu ermitteln. Ich habe angeordnet, alle städtischen Busse zu überprüfen. Den Verletzten und Angehörigen werden wir jede mögliche Hilfe leisten. Wir haben Ermittlungen eingeleitet, um alle Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen."

Der Fahrer, ein 58-jähriger Moskauer, arbeite seit 17 Jahren für das öffentliche Verkehrsunternehmen, hieß es. Der Bus sei erst seit einem Jahr in Betrieb gewesen.

Wrack eines Linienbusses in Moskau wird geborgen | Bildquelle: AFP
galerie

Das Wrack des Linienbusses in Moskau wurde inzwischen geborgen und wird untersucht.

Die Haltestelle liegt an einer wichtigen Ausfallstraße westlich des Moskauer Zentrums, hier ist ein Umsteigepunkt zwischen mehreren Buslinien und der U-Bahn, ein großes Einkaufszentrum befindet sich in der Nähe. Hier sind zahlreiche Pendler unterwegs, auch heute - in Russland ist ein normaler Arbeitstag.

Viele Menschen wegen anstehenden Neujahrsfeiern unterwegs

Viele Menschen machten in der Nähe Einkäufe für die anstehenden Neujahrsfeiern, das wichtigste russische Familienfest. Ein Sprecher des Zivilschutzes berichtet, was dort passierte: "Es gab einen Zwischenfall an der U-Bahn-Station 'Slawjanskij Bulwar'. Ein Bus fuhr von der Straße in die Unterführung. Feuerwehr und Rettungsdienste sind zur Unfallstelle geeilt, um den Verletzten zu helfen. Es waren auch drei Hubschrauber des Moskauer Flugzentrums im Einsatz."

Die Rettungsarbeiten waren teils schwierig, weil heftiges Schneetreiben herrschte. Inzwischen haben Bergungsteams den beschädigten Bus mit schwerem Gerät wieder aus dem Treppenabgang gezogen. Das Fahrzeug soll nun auf technische Mängel untersucht werden.

Zwischenfall mit Linienbus in Moskau
Markus Sambale, ARD Moskau
25.12.2017 15:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 25. Dezember 2017 Inforadio um 18:09 Uhr und tagesschau24 um 19:00 Uhr.

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