Spannungen zwischen Ex-Bürgerkriegsparteien Brüchiger Frieden in Mosambik

Stand: 22.10.2013 16:10 Uhr

Bis 1992 herrschte in Mosambik ein blutiger Bürgerkrieg. Der damals geschlossene Friedensvertrag steht nun auf der Kippe: Regierung und Opposition kämpfen wieder gegeneneinander.

Von Leonie March, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg.

Mosambikanische Soldaten
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Mosambikanische Regierungstruppen haben am Montag das Hauptquartier der Opposition angegriffen.

Nach über 20 Jahren Frieden spitzt sich der Konflikt zwischen den ehemaligen Bürgerkriegsparteien in Mosambik wieder zu. Die ehemaligen Rebellen der Renamo und Soldaten der heutigen Regierungspartei Frelimo haben sich erneut Kämpfe geliefert. Wer zuerst angriff, ist unklar. Sicher scheint, dass die Armee das Renamo-Hauptquartier nahe Gorongosa im Zentrum des Landes einnahm. Ein Renamo-Sprecher stellte daraufhin das Friedensabkommen von 1992 in Frage, das den über anderthalb Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieg in Mosambik beendet hatte.

Ehemalige Rebellen wollen stärkeren Einfluss

Die Gewalt zwischen den ehemaligen Feinden flammt seit dem Frühjahr immer wieder auf. Die heutige Oppositionspartei Renamo wirft der mit großer Mehrheit regierenden Frelimo vor, ihre politische und wirtschaftliche Macht zu missbrauchen. Die ehemaligen Rebellen fordern unter anderem einen stärkeren Einfluss bei der Armee und in der Wahlkommission.

Neuer Konflikt könnte Wirtschaftsboom schaden

Politische Beobachter trauen ihr zwar keinen Putsch zu - angesichts ihres großen Waffenarsenals kann die Renamo jedoch für ein Klima der Angst und Instabilität sorgen, das sich auch negativ auf ausländische Investitionen auswirken könnte. Mosambik zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und ist von Entwicklungshilfe abhängig. Eine bessere Zukunft versprechen sich die Menschen vom Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre. Grund sind enorme Vorkommen an Gas, Kohle, Öl und seltener Schwermetalle. Angesichts weit verbreiteter Korruption und den zunehmenden politischen Spannungen ist es jedoch fraglich, ob dieser Reichtum auch der Bevölkerung zu Gute kommt.

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