Zerstörtes Gebäude in Mosambik nach Zyklon "Kenneth" | Bildquelle: dpa

Zyklon "Kenneth" Mit dem Regen kommt die nächste Gefahr

Stand: 27.04.2019 17:17 Uhr

Tausende Häuser sind zerstört, die Zahl der Opfer steigt: Helfer in Mosambik berichten über starke Verwüstungen durch Zyklon "Kenneth". Sorgen bereitet ihnen nun vor allem der massive Regen.

Durch den tropischen Wirbelsturm "Kenneth" sind in Mosambik und auf den Komoren mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Ministerpräsident Carlos Do Rosario sprach bei einem Besuch im Katastrophengebiet von fünf Todesopfern. Bereits gestern hatten die Behörden drei Tote auf dem vorgelagerten Inselstaat der Komoren bestätigt.

Zyklon richtet schwere Schäden an

Der Wirbelsturm war zunächst über die Komoren hinweggezogen und in der Nacht zum Freitag dann im Norden Mosambiks auf Land getroffen. Rund 3500 Häuser in Teilen der Provinz Cabo Delgado wurden nach Behördenangaben zum Teil oder komplett beschädigt. Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte, auf der Ferieninsel Ibo seien 90 Prozent aller Häuser zerstört. Nach Angaben des Roten Kreuzes fiel in bis zu neun Bezirken der Strom aus. Insgesamt brachten die Behörden rund 18.000 Menschen in Notunterkünften unter.

Helfer untersuchen in Nampula in Mosamik die Schäden, die Zyklon "Kenneth" verursacht hat. | Bildquelle: AP
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Zyklon "Kenneth" hat in Mosambik auch Straßen zerstört.

"Ich arbeite seit drei Jahrzehnten in der Katastrophenhilfe. Aber so etwas habe ich noch nie gesehen", sagte ein Einsatzleiter der privaten Hilfsorganisation CARE vor Ort. Auf Ibo seien 100.000 Menschen dringend auf Hilfe angewiesen. Landwirtschaftliche Flächen, Märkte, Produktionsstätten seien zerstört.

Behörden warnen vor Überschwemmungen

Inzwischen hat "Kenneth" sich nach Angaben des Katastrophenschutzes abgeschwächt und gilt nur noch als "tropisches Tiefdruckgebiet". Im Norden von Mosambik bereiten den Helfern nun aber die starken Regenfälle Sorgen. Sie befürchten, dass die Wassermassen in den kommenden Tagen zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen könnten.

"Wir machen uns Sorgen wegen Sturzfluten und Erdrutschen in nächster Zeit und - sollte es langfristig zu starken Überschwemmungen kommen - auch wegen Krankheiten, die über das Wasser übertragen werden", sagte Matthew Carter von der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Auch das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha) warnte vor "schweren Überflutungen" in der Region sowie starkem Regen im Süden von Tansania.

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Die Folgen des Zyklons "Idai"

Menschen stehen vor ihren zerstörten Hütten

Am 15. März hatte der Zyklon "Idai" weite Teile von Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit heftigen Regenfällen vor allem in Mosambik riesige Landstriche unter Wasser gesetzt. | Bildquelle: dpa

Zweiter Wirbelsturm in kurzer Zeit

Erst Mitte März hatte Zyklon "Idai" das Zentrum von Mosambik getroffen. Der Wirbelsturm richtete auch in den Nachbarländern Malawi und Simbabwe große Schäden an. Mindestens 600 Menschen kamen ums Leben. Für die Todesfälle waren laut Behörden vor allem die Überschwemmungen nach "Idai" verantwortlich. Nach UN-Angaben war es das erste Mal seit Beginn der Aufzeichnungen, dass Mosambik in einer Saison von zwei Zyklonen getroffen wurde.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. April 2019 um 16:00 Uhr.

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