Ein Kind wird über ein überschwemmtes Gebiet in der Nähe von Beira transportiert. | Bildquelle: REUTERS

Nach Zyklon "Idai" Helfer warnen vor Krankheiten und Hunger

Stand: 23.03.2019 03:01 Uhr

Nach dem Zyklon "Idai" hat Mosambik den Notstand ausgerufen. Die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera droht. Die Vereinten Nationen haben nun erste Hilfen von 20 Millionen Dollar freigegeben.

Von Leonie March, ARD-Studio Johannesburg

Auf Satellitenbildern sind gigantische Wassermassen zu sehen. Sie zeigen die Größe der Überschwemmungsgebiete in Mosambik. Es sind geschätzte 3000 Quadratkilometer. Augenzeugen sprechen von einer Insellandschaft in einem Binnenmeer. Und auf diesen Inseln warten noch immer Menschen auf Hilfe. Seit einer Woche schon. "Es war viel schlimmer, als wir es uns vorgestellt haben", erzählt ein südafrikanischer Rettungssanitäter in einem Fernsehinterview.

"Wir haben vom Hubschrauber aus unzählige obdachlose, durstige, hungrige Menschen gesehen, die vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten sind. Wir konnten nicht alle retten von ihren isolierten kleinen Inseln, Bäumen und Dächern. Einige waren schon tot, andere dem Sterben nah." 

Arbeit gegen die Zeit

UN-Schätzungen zufolge haben allein in Mosambik 1,7 Millionen Menschen in den Regionen gelebt, in denen der Tropensturm Idai, gefolgt von Sturmfluten und Starkregen, gewütet hat. Über 500 Tote sind mittlerweile in Mosambik, Simbabwe und Malawi geborgen worden. Wie viele insgesamt ums Leben gekommen sind, wisse momentan jedoch niemand, so Matthew Pickard, Vize-Direktor von CARE im Südlichen Afrika. Seiner Erfahrung nach werde die Zahl der Toten noch beträchtlich steigen. "Dies ist eine wirklich große Katastrophe."

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich zutiefst bestürzt über die Zerstörung. "Wir müssen alle solidarisch mit den Menschen von Mosambik, Malawi und Simbabwe sein", teilte er mit. Er lobte die humanitären Helfer als "Helden" und ihre Arbeit unter "gefährlichen und schwierigen Bedingungen".

Die Menschen in der Region kämpfen weiterhin ums Überleben: Sie haben alles verloren, sind traumatisiert, haben weder Strom noch sauberes Wasser, keine Nahrung, keine Medikamente. Internationale Hilfsorganisationen arbeiten gegen die Zeit, um sie mit dem Nötigsten zu versorgen. Doch das gestaltet sich angesichts der Größe des Katastrophengebiets, der zerstörten Infrastruktur und der immens hohen Zahl der Hilfsbedürftigen äußert schwierig.

An Wiederaufbau noch nicht zu denken

"Seit gestern regnet es wenigstens etwas weniger", berichtet Gert Verdonck, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Beira, der besonders betroffenen mosambikanischen Hafenstadt, in einem Telefonat mit dem ARD-Studio Johannesburg. Die Verbindung ist schlecht und bricht immer wieder ab. Tagelang hat das Mobilfunknetz gar nicht funktioniert. Auch deshalb sei die Hilfe erst mit Verzögerung angelaufen, sagt Imtiaz Sooliman von der Hilfsorganisation "Gift of the Givers".

"Weil alle Kommunikationssysteme in Beira lahmlagen, konnte niemand Fotos oder Nachrichten schicken, nicht einmal anrufen. In den ersten drei Tagen wusste also niemand, was dort geschehen war."

Inzwischen ist klar, dass es eine der größten Naturkatastrophen ist, die die Region je erlebt hat. Mosambik hat den Notstand ausgerufen, die Vereinten Nationen erste Hilfen von 20 Millionen Dollar freigegeben. Helfer vor Ort warnen vor einer Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera durch verunreinigtes Wasser und vor einer Hungersnot.  Daher stehen Lebensmittelhilfen und medizinische Versorgung nun im Mittelpunkt. An den Wiederaufbau und die langfristigen Folgen könne derzeit noch niemand denken, sagt Gert Verdonck, bevor die Telefonleitung erneut zusammenbricht. Noch seien alle im Notfallmodus.

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Nach Zyklon "Idai": Tausende Menschen kämpfen in Mosambik, Simbabwe und Malawi um ihr Leben

Blick auf überflutetes Gebiet in Mosambik

Knapp eine Woche nach dem Zyklon "Idai" kämpfen Tausende Menschen in den Katastrophengebieten in Mosambik, Simbabwe und Malawi um ihr Leben. Besonders stark betroffen ist Mosambik. Hunderttausende sind obdachlos geworden. | Bildquelle: AFP

Notstand in Mosambik - Lage in Überschwemmungsgebieten
Leonie March, ARD Johannesburg
22.03.2019 09:57 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 22. März 2019 die tagesschau um 05:30 Uhr und WDR 5 im "Morgenecho" um 07:18 Uhr.

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