Die überflutete Stadt Beira in Mosambik | Bildquelle: AFP

Zyklon "Idai" Nichts ist mehr, wie es war

Stand: 22.03.2019 09:59 Uhr

"Es war zerstörerisch", sagt ein Überlebender. In der Stadt Beira in Mosambik ist nach dem Zyklon "Idai" nichts mehr, wie es war. Alles ist zerstört - und Helfer befürchten nun die Ausbreitung von Krankheiten.

Von Jana Genth, ARD-Studio Johannesburg

Ein Helferteam aus Südafrika rettet einen Jungen aus Trümmern eines Hauses. Derzeit arbeiten die Helfer nonstop in Beira. Oberschenkeltief waten die Männer im Wasser, sie selbst sind angeleint, damit niemand wegrutscht. Ian Scher, der das Team leitet, spricht von enormen Herausforderungen. "Das ist extrem gefährliche Arbeit", sagt er. "Die Männer sind im Wasser, das ist nichts für Feiglinge. Das ist riskant."

In der Hafenstadt Beira mit ihren gut 500.000 Einwohnern ist nichts mehr, wie es noch am vergangenen Donnerstag war. Augenzeugen berichten, dass jedes einzelne Gebäude entweder beschädigt oder zerstört sei. Ein Mobilfunkbetreiber hat seine Arbeit wieder aufgenommen, aber weil es keinen Strom gibt, lässt sich auch kein Gerät laden. Viele Straßen stehen noch unter Wasser - und es regnet weiter.

Überschwemmungen hinterlassen Opfer, Vermisste und Zerstörung
tagesschau 12:00 Uhr, 19.03.2019, Caroline Wenzel, SWR

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"Wir waren hier, im Haus", erzählt ein Mann, der dabei noch immer ungläubig klingt. Ihnen sei gesagt worden, sie sollten Beira verlassen. "Aber wir hätten doch nie erwartet, dass es so ernst werden würde. Es war katastrophal, zerstörerisch, wir hatten Panik. Wir können nicht kommunizieren, gar nichts funktioniert. Sogar der Hafen ist geschlossen."

Menschen blicken auf eine durch den Zyklon Idai zerstörte Straße | Bildquelle: REUTERS
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Die Fluten haben ganze Straßenzüge und Brücken weggerissen - wie hier in Simbabwe.

Ausbreitung von Krankheiten befürchtet

Kein Weg führt mehr nach Beira, keine einzige Straße ist mehr intakt. Brücken wurden weggeschwemmt. Der Flughafen ist zwar wieder offen, aber weil es immer noch stürmt und stark regnet, können selbst Hubschrauber nur vereinzelt starten oder landen. Und auch im Umland von Beira sieht es nicht anders aus.

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" drückt aufs Tempo: Die Wasserversorgung sei jetzt ganz wichtig, sagt Juvenar Armazya in Maputo: "Uns ist klar, dass bald das Trinkwasser knapp wird. Das hat Priorität." Wahrscheinlich werde es jetzt mehr Fälle von Durchfallerkrankungen oder Malaria geben. "Wir müssen verhindern, dass diese Krankheiten sich bald schon ausbreiten."

Ernten zerstört

Die Folgen des Tropensturms werden ohnehin umfassender sein. Das wird deutlich, wenn man Douglas Muchayana zuhört, einem Sprecher der Provinz Manica, die zwischen Beira und der Grenze zu Simbabwe liegt. "Wegen des Regens sind unsere Ernten zerstört", sagt er. "Erst herrschte Dürre, und die wenigen Pflanzen, die wir hatten, hat jetzt der Zyklon vernichtet." Das habe alles viel schlimmer gemacht. "Keine Ernten und dann diese Fluten, das ist doppelt schlimm. Mit all dem Regen hier können wir auch nichts Neues pflanzen."

Die Hilfsorganisationen haben sich verteilt, sie arbeiten ohne Unterbrechung. Dort, wo noch Schulen stehen oder Hotels, da sind jetzt viele Menschen untergekommen, die keine Häuser mehr haben. Das ist in Simbabwe so, in Mosambik und in Malawi. Wie groß der Schaden in den einzelnen Ländern tatsächlich ist, das wird nicht sehr bald feststehen.

In sozialen Netzwerken gibt es viele Videos von fassungslosen Menschen. Eines zeigt einen Mann, der vor einem breiten, braunen Fluss steht. "Irgendwo da war doch die Straße", sagt er.

Situation nach Zyklon Idai immer noch unklar
Jana Genth, ARD Johannesburg
19.03.2019 08:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. März 2019 um 14:00 Uhr.

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